Pflegen statt wohnen

Bauausschuss befasst sich mit Nutzungsänderung für Villa Mignon

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Die denkmalgeschützte Villa Mignon am Kogelweg soll eine Tagespflege-Einrichtung werden. Das bedeutet aber wiederum mehr Verkehr für die Sackgasse Kogelweg, an dessen Ende zudem noch mehrere Wohnhäuser gebaut werden sollen.

Bad Tölz – Aus Wohnhaus wird Seniorentagespflegestätte. Da regte sich im Bauausschuss des Tölzer Stadtrates kein Widerspruch, auch wenn diese Nutzungsänderung für den Bereich des ohnehin verkehrsbelasteten Kogelweges Auswirkungen haben dürfte. Darauf verwies in der jüngsten Sitzung der neue Grünen-Stadtrat Johannes Gundermann.

Im oberen Bereich des Kogelweges, einer Sackgasse mit nicht gerade großzügiger Wendemöglichkeit, will demnächst der Bauunternehmer Kilian Willibald mehrere Wohnhäuser für seine Mitarbeiter errichten. Dazu hat er mit der Stadt einen Städtebaulichen Vertrag abgeschlossen, der in nicht öffentlicher Sitzung auf der Tagesordnung stand.

Schon vor längerem war im Stadtrat über die unbefriedigende Verkehrssituation aufgrund der an- und abfahrenden Patienten der weiter unten angesiedelten Dialyse-Station gesprochen worden. Der damalige Vize-Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG) hatte die an sich wünschenswerte medizinische Einrichtung dort als fehl am Platz empfunden, das Landratsamt als Genehmigungsbehörde war aber anderer Ansicht gewesen. Aus der denkmalgeschützten sogenannten Villa Mignon, die vermutlich nach Plänen des damals berühmten Architekten Gabriel von Seidl errichtet wurde, ist seit 1. November 2019 eine Tagespfleeinrichtung geworden, die von Ingrid Krafft-Otto und Birgit Gahler-Schäffler betrieben wird. Beide bieten auch Plätze in einem der Hörmann-Gebäude an der Schützenstraße an.

Weitere 10 bis 15 Plätze sollen am Kogelweg geschaffen werden, wobei vor allem Umbauarbeiten im Eingangsbereich angemacht sind. Dafür müssen drei Stellplätze (zwei offen, eine Garage) geschaffen werden. Dabei wies Vize-Bürgermeister Michael Lindmair (FWG) in der Debatte darauf hin, dass die zu Betreuenden täglich mit einem Shuttle-Bus abgeholt und wieder nach Hause gebracht werden würden, eigentlich also zusätzliche Parkplätze gar nicht notwendig wären.

Allerdings dürfte das Landratsamt ein für solche Einrichtungen notwendiges Brandschutzkonzept anfordern, schließlich ist die Villa, die einem Münchner Architekten-Ehepaar gehört und liebevoll saniert worden ist, fast 120 Jahre alt. Sie hat eine bewegte Geschichte hinter sich, diente nach dem 2. Weltkrieg als Kinderheim und war auch schon Schauplatz einer Bluttat: 1988 hatte ein Mieter seine Freundin im Streit erschlagen. Der vom Täter herbeigerufene Bestatter schöpfte Verdacht und alarmierte die Polizei. bo

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