„Phänomenal. Gigantisch. Traumhaft. Ein optimaler Tag.“

Augenblick des Glücks: Die Lenggrieserin Heidi Zacher (Mitte) im Gelben Trikot der Cross-Gesamtführenden. Neben ihr die zweitplatzierte Norwegerin Hedda Berntsen (l.) und Anna Wörner vom SC Partenkirchen auf Rang drei.

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EWALD SCHEITTERER, St. Johann/Lenggries - „Gigantisch, traumhaft. Ein optimaler Tag, mehr fällt mir im Augenblick nicht ein“, schwelgte die Lenggrieserin Heidi Zacher am vergangenen Freitagabend im österreichischen St. Johann in Superlativen: Sie hatte kurz zuvor den Weltcup-Sieg für das deutsche Skicross-Team eingefahren. Gleichzeitig durfte sich die 23-Jährige damit das Gelbe Trikot der Führenden im Cross-Weltcup überstreifen. Anschließend bot sich im Zielraum ein wahrhaft prächtiges Bild: Die mitgereiste Lenggrieser Fangemeinde schulterte ihre Siegerin, die Sektkorken knallten, weit über 6.000 begeisterte Cross-Fans jubelten mit und über der Rennstrecke erleuchtete ein prächtiges Feuerwerk den Tiroler Nachthimmel. Komplettiert wurde das Wahnsinnsergebnis für die deutsche Nationalmannschaft durch die Eschenloherin Anna Wörner (SC Partenkirchen), die auf Platz drei zusammen mit Heidi Zacher auf dem Stockerl stand. Den zweiten Platz bei den Damen hatte die Silbermedaillen-Gewinnerin bei Olympia in Vancouver, die Norwegerin Hedda Berntsen belegt. Dazu kamen noch die Plätze sieben des Bad Wiesseers Simon Stickl und acht von Daniel Bohnacker (SC Gersthofen) bei den Herren. „Zwei Deutsche zuerst im Finale und dann auch noch auf dem Stockerl, was gibt’s denn besseres als die deutsche Mannschaft – einfach geil“, jubelte da Anna Wörner. Daneben standen DSV-Crosschef Heli Herdt und Nationaltrainer Alex Böhme und strahlten wie zwei Honigkuchenpferde. „Das ist das beste Mannschaftsergebnis das wir jemals erreicht haben. Was will man mehr“, freute sich Herdt über seine vier Top Ten-Athleten. Die Basis für ihren Erfolg hatte Heidi Zacher mit Rang vier in der Qualifikation bereits am Donnerstag gelegt. „Das gute Quali-Ergebnis mit Platz vier und somit die gute Startposition hat mir da entscheidend geholfen“, erklärt die 22-jährige Bankangestellte aus dem Brauneckdorf: „Vor allem weil es gleich nach dem Start in eine 180 Grad-Kurve ging. Da war es schon gut, dass ich voraus fahren konnte und nicht ins Gewurl mit den anderen drei Rennläuferinnen verwickelt wurde.“ Lediglich im Halbfinale hatte sie einen kleinen Hakler kurz nach dem Start. Doch dann im großen Finale auf der taghell erleuchteten Rennstrecke auf der „Rückseite“ des Kitzbühler Horns erneut souverän voraus und ließ weder Hedda Berntsen noch ihrer Teamkollegin Anna Wörner (SC Partenkirchen) eine Chance. Die Österreicherin Andrea Limbacher als vierte Finalteilnehmerin war bereits frühzeitig ausgeschieden. Mit den drei Start-Ziel-Siegen war ihr erster Weltcup-Gewinn perfekt. „Das war schon ein riesiges Erlebnis, dabei zu sein, wenn die Tochter ihren ersten Weltcup-Sieg einfährt“, strahlte Mama Hanni Zacher. Den Telefonstress mit den zahlreichen Glückwünschen nahm sie dabei gerne in Kauf. Als „positiven Stress“ bezeichnet dann auch die 22-Jährige Crosserin die anschließenden Jubelarien. Doch auch am Wochenende zu Hause in Lenggries war nicht an Ruhe zu denken. Neben der Gratulationscours mussten die Vorbereitungen für den nächsten Cross-Weltcup getroffen werden. Bereits am Montag ging‘s für Heidi Zacher nach Alpe d’Huez (Frankreich) wo am Mittwoch und Donnerstag die nächste Herausforderung auf die derzeit Führende im Cross-Weltcup wartet.

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