Politisches Perpetuum mobile

Sie Skateranlage in Waldram ist gut frequentiert, von Wolfratshauser wie auch Geretsrieder Jugendlichen. Und sie gehört saniert. Doch die Zuschussfrage mutiert nun zum Politikum.

Der Jugendausschuss sollte sich die Jugendlichen, die die Skateranlage in Waldram besuchen, als Vorbild nehmen. Denn die jungen Wolfratshauser und Geretsrieder profitieren allesamt von dem Treffpunkt. Doch das eigentlich rein förmliche Gesuch der „Roll-Active-Initiative“ (RAI), 1.000 Euro Zuschuss zur Sanierung zu erhalten, wurde zurückgestellt und so Opfer einer politischen Fehde im Mittelzentrum. Denn: Die RAI hat ihren Sitz in Wolfratshausen. Wäre der Sitz in Geretsried, eine Zustimmung des Jugendausschusses wäre gewiss gewesen. Das zeigte die Debatte. Pikant: Ausgerechnet die Jugendreferentin Sonja Frank (FW) blockte ab.

Der Stachel über die Wolfratshauser Weigerung zu einer Mitfinanzierung bei einem Nordlandkreisbad sitzt in Geretsried tief. Die Jugendlichen bekommen die Missgunst im Mittelzentrum nun deutlich zu spüren. Denn zugestimmt haben die Geretsrieder Stadträte nicht. Auf Antrag Wolfgang Werners (SPD) wurde der Antrag zurückgestellt und in den Koordinierungsausschuss verwiesen. Jugendliche aus Wolfratshausen und Geretsried benutzen die Anlage in Waldram. Nun will die Wolfratshauser RAI die Anlage herrichten, dafür beantragten die Verantwortlichen einen Zuschuss aus Geretsried. Der Standort liegt auf Geretsrieder Flur und wird den Betreibern seit Jahren kostenlos zur Verfügung gestellt – obwohl die Stadt dafür 150 bis 200 Euro jährlich kassieren könnte, wie Bürgermeisterin Cornelia Irmer (parteifrei) eigens vorrechnete. Ausgerechnet Jugendreferentin und FW-Stadträtin Sonja Frank blockte ab. Sie hatte bei ihren Äußerungen nicht die Jugendlichen im Fokus, sondern die Nachbarstadt Wolfratshausen. Zwar wolle sie sich dem Zuschussantrag nicht grundsätzlich verschließen, aber könne unter den gegebenen Umständen nicht zustimmen. „Ich sehe mich außer Stande, das Projekt in Wolfratshausen zu unterstützen.“ Da half es auch nichts, dass Heinz Ocker (CSU) dem Gremium berichtete, dass Jugendliche aus beiden Städten die Anlage nutzen würden. Wohl auch deshalb, weil die Qualität des Waldramer Skate-Platzes wesentlich höher sei als die der Geretsrieder Anlage. Frank indes erklärte, so lange nicht zustimmen zu können, wie sich „Wolfratshausen komplett verschließt“. Wozu, das präzisierte die Jugendreferentin nicht. Doch sie legte nach: „Wir sind immer offen, aber es kommt nichts zurück.“ Auch Sportreferent Hans Hopfner (SPD) sprach sich eher gegen einen Zuschuss aus: „Wir haben auch in Geretsried viele Vereine, diese speisen wir oft mit viel weniger ab.“ Wenn sich Geretsried schon beteilige, „muss es dann gleich so viel sein“, fragte er. Ewald Kailberth (CSU) gab Frank recht, warb dann aber doch um mehr Verständnis: „Wir sollten ein Zeichen setzen und die 1.000 Euro gewähren – auch wenn „wenn uns die andere Seite nicht gewogen ist“. Der Jugendausschuss bekannte sich letztlich doch noch zu der Arbeit der Jugendlichen und verwies – auf Antrag des SPD-Rates Wolfgang Werner – das Thema in den Koordinierungsausschuss. „Dann hat der wenigstens einmal etwas zu beschließen“, sagte Kailberth. Die Stadt Geretsried will nun vom Nachbarn wissen, wie hoch der Beitrag aus Wolfratshausen für die Skate-Initiative ist. Laut Bürgermeisterin Cornelia Irmer werde der Koordinierungsausschuss noch in diesem Jahr tagen. Ralf Fastner

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