„Bahnhof ist kein Brennpunkt“

Polizei relativiert Beschwerden von Anwohnern und verspricht strenge Kontrollen

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Die Polizisten Andreas Czerweny (r.) und Stefan Schlott (2.v.r.) im Gespräch mit (v.l.) Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Anwohner Tobias Friedl sowie Immobilienmakler Carlheinz Bartsch.

Wolfratshausen – Im August des vergangenen Jahres schrieben Anwohner des Bahnhofs an die Polizeiinspektion einen Brief, in dem sie sich über Ruhestörungen und Verunreinigungen beziehungsweise herumliegenden Müll beschwerten. Gut ein halbes Jahr später zog die Polizei eine Bilanz und traf sich mit Bürgermeister Klaus Heilinglechner am Bahnhof.

„Alle in dem Brief erwähnten Punkte stimmen“, schickte Andreas Czerweny voraus. Der Leiter der Polizeiinspektion Wolfratshausen stellte nach zahlreichen Streifengängen aber auch fest: „Der Wolfratshauser Bahnhof ist kein Brennpunkt: Wir haben hier keine Szene wie in anderen Städten“. Stefan Schlott von der Bundespolizei kann das bestätigen. Er verwies auf eine Gemengelage der Zuständigkeiten und den bahneigenen Grund, sodass der Einflussbereich der Stadt Wolfratshausen begrenzt ist. Nach dem Anschreiben seien laut Czerweny einige Sondereinsätze gefahren worden. „Mittlerweile ist es im Vergleich zum Sommer deutlich ruhiger geworden“, berichtete er. Immobilienmakler Carlheinz Bartsch regte dennoch an, am Bahnhof verstärkt Streetworker der mobilen Jugendarbeit einzusetzen.

Czerweny entgegnete ihm, dass es bei der Polizei bereits einen speziellen „Jugendbeauftragten“ gibt, der im Vergleich zu älteren Kollegen mit einer andere Ansprache gegenüber den Jugendlichen für verbale Deeskalation sorgt. Bürgermeister Klaus Heilinglechner begrüßt dies: „Man muss das Gespräch mit den Jugendlichen suchen“, sagte er. Und Stefan Schlott gab zu bedenken, dass die Polizei nicht jeden Tag wahllos Passanten kontrollieren könne. Anwohner Tobias Friedl zeigte sich zufrieden, dass sich die Präsenz der Polizei erhöht hat und die Umgebung des Bahnhofs zudem weniger vermüllt erscheint als im Vorjahr. „Genau das wollten wir mit unserem Schreiben erreichen“, unterstrich er.

Andreas Czerweny und Stefan Schlott versprachen ihm, dass die Polizei die Hände auch künftig nicht in den Schoß legen wird und Straftaten mit der gebotenen Strenge verfolgen wird: „Der Bahnhof wird uns Polizisten nicht los!“.ph

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