Ungebetener Besuch landet in Psychiatrie

Polizei scheitert an Hartnäckigkeit eines 27-Jährigen aus Mühldorf

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Polizei musste 27-jährigen aus Mühldorf in Gewahrsam nehmen.

Wolfratshausen – Über mehrere Stunden beschäftigte am Donnerstagnachmittag ein 27-jähriger Mann aus Somalia die Polizei. Er landete schließlich in der Psychiatrie.

Gegen 13 Uhr erschien der bei Mühldorf lebende 27-Jährige in der Wolfratshauser Schule, die unter anderem von seiner 29-jährigen Ex-Freundin, die in Geretsried wohnt, besucht wird. Für die Frau, ebenfalls aus Somalia, ist die Angelegenheit eigentlich klar. Die Beziehung ist beendet, „sie will auch keinen Kontakt mehr zu dem 27-Jährigen“, so Polizeihauptkommissar Steffen Frühauf von der Polizeiinspektion Wolfratshausen. Für den Besucher allerdings stellte sich die Sache ganz anders dar. Er war felsenfest davon überzeugt, dass die Beziehung fortgeführt werden sollte und weigerte sich beharrlich, die Schule zu verlassen. Sämtliche Versuche zu erklären, dass für eine Beziehung der Wille beider Beteiligten erforderlich ist, schlugen fehl.

Letztlich musste der Mann in Gewahrsam genommen werden, um die Frau vor ihm zu schützen. Obwohl ihm eindringlich nahegelegt wurde, die Heimreise anzutreten, weigerte er sich dagegen. Da ihm das Kontaktverbot, dass man gegen ihn ausgesprochen hatte, auch ziemlich egal zu sein schien und es offensichtlich war, dass er erneut die Nähe zu seiner Ex-Freundin suchen würde, landete er schließlich nach Rücksprache mit dem richterlichen Bereitschaftsdienst des Amtsgerichts Wolfratshausen in der Arrestzelle.

Als gegen 18 Uhr überprüft werden sollte, ob der 27-Jährige endlich zur Vernunft gekommen war, um schließlich die Heimreise anzutreten, signalisierte er deutlich, dass für ihn die Beziehung sicher noch nicht zu Ende sei und machte auch sonst einen zunehmend psychisch labilen Eindruck.

Da der Somalier im Rahmen einer Haftfähigkeitsbescheinigung auch gegenüber einem Arzt keine einzige der gestellten Fragen beantwortete, sondern sich der Gesprächsinhalt immer nur um den einseitigen Besuchswunsch drehte, wurde zunehmend klar, dass der 27-Jährige besser nicht mehr in der Arrestzelle, sondern eher in einer Fachklinik aufgehoben ist, sodass er letztlich dorthin überstellt wurde. tka

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