Aus dem Polizeibericht

Falsche Polizeibeamte rufen Wolfratshauser und Geretsrieder Bürger an

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Achtung: Telefonbetrüger treiben ihr Unwesen im Landkreis. Die Polizei berichtet bereits von mehreren Vorfällen.

Wolfratshausen - Bei Anruf Betrug: Am Montagmittag riefen wieder „falsche Polizeibeamte“ an, diesmal bei mehreren Wolfratshausen. Eine Frau ist gleich drei Mal von einem angeblichen Beamten telefonisch belästigt worden. 

"Hallo Herr Meisner hier!": So gab sich ein Betrüger am Telefon aus: Der erste Wolfratshauser, ein Anwohner an der Winibaldstraße, bekam gegen 12.45 Uhr den Anruf des Betrügers, der sich sogar als Polizist ausgab. Der Wolfratshauser reagierte allerdings schnell und informierte umgehend den Polizeinotruf.

Dann erwischte es eine Frau an der Angerstraße. Sie wurde laut Polizei gleich dreimal von einem angeblichen Polizeibeamten angerufen - innerhalb kurzer Zeit. "Der Anrufer gab sich als Herr Meisner aus und unterdrückte seine Telefonnummer", berichtet Polizeihauptkommissar Steffen Frühauf. Aber auch die Wolfratshauserin erkannte den versuchten Betrug und verständigte die Einsatzzentrale.

Die Polizei weißt in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin: Dass die „echte Polizei“ niemals telefonisch jemanden auffordert, Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände, herauszugeben. Meist geben die Betrüger vor, die Wertsachen wegen eines angeblich bevorstehenden Einbruches in Sicherheit bringen zu müssen oder versuchen Angaben über die Vermögensverhältnisse zu entlocken.

Aktuelle Telefonbetrugsmasche „Falsche Polizeibeamte“ auch in Geretsried

Am Montagabend wurden auch mehrere, zumeist ältere weibliche Geretsrieder von einem unbekannten männlichen Teilnehmer angerufen, der vorgab von der Geretsrieder Polizei zu sein, berichtet Polizeihauptmeisterin Madeleine Halemba. Die Masche des Anrufers: Man habe eine Einbrecherbande in der Nähe ihres Wohnortes festgenommen, bei der eine Liste mit deren Namen und Adresse gefunden wurde. Der Betrüger fragte aber auch zum Teil nach Geld oder anderem Vermögen. Niemand der Angerufenen fiel auf den Betrugsversuch herein, auch sie beendeten das Telefonat und verständigten die „echte“ Polizei Geretsried.

Update: Dienstag, 12. November

Insgesamt 15 Fälle von sogenannten „falschen Polizeibeamten“ registrierte die Polizei in Wolfratshausen im Laufe des gestrigen Montag. Die Betrüger, die sich als Polizeibeamte ausgaben, riefen die Wolfratshauser über mehrere Stunden hin an. Der Spuk, der um 10.30 Uhr begann, endete erst um 21.45 Uhr mit dem letzten Anruf. Meist gingen die Betrüger mit derselben Masche vor. Man habe eine Einbrecherbande aus Rumänien festgenommen, die eine Liste mit Adressen dabei gehabt habe. Man fragte die angerufenen nach Bargeld, Gold oder anderen Wertgegenständen und erklärte, dass die Polizei das wertvolle Hab und Gut vor weiteren Einbrechern in Sicherheit bringen müsste. Eine 88-Jährige Wolfratshauserin erhielt einen etwas anders gearteten Anruf. Bei ihr rief sowohl Kripo und auch Staatsanwalt an. Man tischte ihr eine Geschichte von einem Straftäter mit Pistole, der in der Nähe festgenommen wurde, auf und versuchte sie dazu zu bringen, 40.000 Euro von der Bank abzuheben. Als die 88-Jährige allerdings angab, dass sie ihre Tochter über den ominösen Anruf informieren werde, beendeten die Betrüger schnell das Telefonat. Letztlich lässt sich feststellen, dass die Wolfratshauser in keinem Fall auf die Betrüger hereinfielen und somit alles richtig gemacht haben. Ein Schwerpunkt wurde am gestrigen Montag offensichtlich auf Wolfratshausen gelegt. Weitere ähnlich gelagerte Anrufe gab es zudem in Grassau (3) Schongau (2) Rosenheim (2) Geretsried und Bad Tölz (je 1 Anruf).

Die Polizei weißt ausdrücklich darauf hin: Beim kleinsten Verdacht, dass nicht die echte Polizei am Telefon ist, das Gespräch sofort beenden und die Telefonnummer 110 anzurufen. dwe


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