Großer Andrang und kleinere Scharmützel

Polizeibilanz zur Veranstaltung „Maisfeldparty“ in Ascholding: Verkehrstau und Rangeleien

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In Ascholding feiern Tausende bei der „Maisfeldparty“.

Ascholding – 1969 in Woodstock: Ein Festival, das Geschichte schrieb. Die Veranstalter verkauften damals Tickets und wussten irgendwann nicht mehr wie viele Besucher kommen. Bekanntermaßen wurde das Feld im US-Bundesstaat New York überrannt. Freilich kein Vergleich, aber die „Maisfeldparty“ vergangenes Wochenende in Ascholding hatte im kleinen auch mit einem riesigen Besucherandrang zu tun. Zudem gab es einige Rangeleien rund um das Gelände – die Polizei hatte in den Nachtstunden einige Einsätze.

4.000 Besucher schauten heuer auf der Party im Ascholdinger Maisfeld vorbei und feierten vergangenen Samstag zur Musik der beiden DJs Nello und Tobe. Aufgrund des Andrangs musste der Einlass gegen 22 Uhr bereits gesperrt werden. Zum Leid von rund 500 weiteren Personen, die teilweise mehrere Stunden warteten und dann doch nicht eingelassen wurden. Die Polizei lobt dennoch die Organisation des Veranstalters und den eingesetzten Sicherheitsdienst „als professionell“. Aus polizeilicher Sicht ist die Veranstaltung nämlich bis 2 Uhr nachts „rundum gelungen“ abgelaufen. Aber: „Die Abreise der mehreren tausend Besucher brachte dann größere Probleme mit sich“, betont Geretsrieds Vize-Polizeichef Emanuel Luferseder.

„Durch die nicht ausreichende Zahl an Mitfahrgelegenheiten kam es zu tumultartigen Szenen im Dorf und auf der Staatsstraße 2072“, so Luferseder. „Zahlreiche zum Teil erheblich betrunkene Besucher hielten sich auf der Fahrbahn auf, und versuchten Mitfahrgelegenheiten zu ergattern oder ankommende Taxen anzuhalten.“ Die Staatsstraße musste mehrmals komplett für den Durchgangsverkehr gesperrt werden, die Feuerwehr Ascholding war zur Unterstützung angerückt und half mit bis zu zehn Einsatzkräften bei der Regelung der Ordnungsmaßnahmen.

Das hohe Fahrzeugaufkommen im Umfeld der Veranstaltung störte zudem die Abreise der „Maisfeldparty“-Gäste. „Viele Besucher harrten nur leicht bekleidet mehrere Stunden bei kühlen Temperaturen aus, um die Heimreise antreten zu können.“ So musste der BRK-Rettungsdienst hinzugezogen werden, um einzelne Personen vor der drohenden Unterkühlung zu bewahren. „Letzte Besuchergruppen warteten schließlich bis gegen 6 Uhr auf ihre Abholung.“

Nicht nur Kälte, sondern auch der Alkohol forderte die Helfer: Um 3.15 Uhr geriet ein 29-jähriger Schäftlarner mit einem drei Jahre jüngeren Familienangehörigen in Streit. Als dieser zu eskalieren drohte, versuchten Polizeikräfte „die beiden Streithähne zu trennen“, sagt Luferseder. Daraufhin ließen beide ihre Aggressionen an den Polizeibeamten aus. Der 29-Jährige musste von mehreren Beamten überwältigt und in Gewahrsam genommen werden. Sein Kontrahent kam mit einem Alkoholpegel von über zwei Promille in eine Klinik. Bei der Auseinandersetzung wurde ein Polizist leicht im Gesicht verletzt. Die Polizei ermittelt nun wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte, Widerstand und Körperverletzung. Aber bei diesem Vorall alleine blieb es in der Nacht nicht.

Nach einer Streitigkeit auf dem Veranstaltungsgelände wurde ein 20-jähriger Wolfratshauser des Geländes verwiesen. Nachdem er auch auf einen polizeilichen Platzverweis vollkommen uneinsichtig reagierte und zudem aggressiv und alkoholisiert war, musste auch er von der Polizei in Gewahrsam genommen werden.

Die Polizeibeamten verzeichneten zudem fünf Fälle des Ausweismissbrauchs, da minderjährige Besucher die Ausweise ihrer älteren Geschwister oder Bekannter vorgezeigt hatten, um so zur „Maisfeldparty“ eingelassen zu werden. Auf dem Veranstaltungsgelände verletzte sich eine minderjährige Wolfratshauserin. „Die 16-Jährige wurde unvermittelt von einer geworfenen Bierflasche am Kopf getroffen“, berichtet Luferseder. Sie erlitt dabei eine Kopfverletzung und musste medizinisch versorgt werden. Die Polizeiinspektion Geretsried sucht in diesem Zusammenhang noch nach Zeugen des Vorfalls, der sich im Bereich vor der Hauptbühne ereignet hatte.

Auch auf dem Parkplatz des Festivalgeländes musste sich die Polizei um Recht und Ordnung kümmern: Einem 25-jährigen Ickinger nahmen sie dem Autoschlüssel ab, „da zu befürchten war, er könnte alkoholisiert die Heimreise antreten“. Des Weiteren hatten „Spaßvögel“, wie Luferseder sagt, „sich die Mühe gemacht Kennzeichen an zwei geparkten Pkw zu vertauschen“. Der Tausch konnte am folgenden Abend aufgeklärt werden, die jeweiligen Fahrzeugbesitzer erhielten ihre Kennzeichen zurück. Außerdem gab es noch drei Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz. dwe

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