Weniger Kriminalität

Polizeipräsidium Oberbayern Süd legt jährlichen Sicherheitsbericht vor

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Polizeipräsident Robert Kopp informiert, wie es um die Sicherheit im Landkreis bestellt ist.

Landkreis – Im Landkreis herrscht die niedrigste Kriminalitätsbelastung seit zehn Jahren. Beim jüngsten Sicherheitsgespräch durch das Polizeipräsidium Oberbayern im Landratsamt legte Polizeipräsident Robert Kopp die jährliche Statistik zur Kriminalitäts- und Verkehrslage vor.

Es ist kurz nach Mitternacht. Eine Frau arbeitet alleine in einer Tankstelle in Wolfratshausen. Plötzlich betritt ein rund 20-jähriger Mann, schwarz gekleidet und das Gesicht unter einer Sturmhaube verborgen, den Verkaufsraum. Er bedroht die Tankstellenangestellte mit einer Pistole und erbeutet einen geringen Geldbetrag, bevor er in unbekannte Richtung entkommt. Der Vorfall ereignete sich am 5. September 2018 – der Täter ist bis heute auf der Flucht.

Es ist einer von 813 Rohheitsdelikten, die sich im vergangenen Jahr im Landkreis ereignet haben. Diese umfassen alle Raubüberfälle, von einfachen bis hin zu gefährlichen sowie schweren Körperverletzungen und erpresserischen Menschenraub. 2018 gab es insgesamt 3.970 Straftaten, wie Polizeipräsident Robert Koop jüngst berichtete. „Im direkten Vergleich zum Vorjahr bedeute dies ein Rückgang um 83 Straftaten“, sagte er.

Beim Pressegespräch zur Sicherheitslage im Landkreis zeigte sich zudem ein weiterer Rückrang der Kriminalität. Insgesamt habe der Landkreis die niedrigste Kriminalitätsbelastung seit 2009. Dennoch gibt es Vorfälle, über die es zu berichten gilt: 2018 wurden im Landkreis 2.132 Tatverdächtige ermittelt, die sich neben den Rohheitsdelikten vor allem in den Bereichen Diebstahl (958), Straßenkriminalität (695), Vermögens- und Fälschungsdelikte (508) oder Rauschgiftfällen (304) unterteilen. Die niedrigsten Zahlen vermerken 59 Sexualübergriffe, 24 Wohnungseinbrüche sowie drei Tötungsdelikte.

Während die Kriminalitätslage stetig abnahm, stieg im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl an Verkehrsunfällen: Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd verzeichnete insgesamt 3.738 Unfälle – das sind 24 mehr als 2018. Die traurige Bilanz dabei: unter den Zahlen befinden sich auch elf Personen, die im Straßenverkehr ihr Leben verloren hatten. Als Hauptursache gibt die Polizei Geschwindigkeit (4), missachtete Vorfahrt (3) sowie Alkohol (2) an. Bei den geringeren Unfällen handelte es sich etwa um „Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahrten oder Ein- und Anfahren“, erklärte Koop.

Sicherheitsbericht 2018: Leichter Anstieg von Verkehrsunfällen

Wie gefährlich und im schlimmsten Fall tödlich es sein kann, wenn das Verkehrszeichen „Vorfahrt gewähren“ missachtet oder übersehen wird, zeigte sich am 17. November 2018: An diesem Tag fuhr ein 86-jähriger Rentner mit seinem Pedelec auf die

B ­472 bei Bad Heilbrunn. Dabei fuhr er laut Polizei ohne anzuhalten über die Bundesstraße und wurde von einem 22-jährigen VW-Busfahrer erfasst. Der Senior prallte gegen dessen Windschutzscheibe und anschließend wurde er mehrere Meter weg geschleudert. „Er trug keinen Schutzhelm und verstarb an der Unfallstelle“, berichtete Polizeipräsident Robert Kopp. Das Tragische dabei: eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer, befand sich nur wenige Meter entfernt vom Unfallort. Neben der Unfallbilanz berichtete Kopp auch über die Verkehrsstraftaten im Präsidiumsbereich: Spitzenreiter, mit 2.559 Ahndungen, war dabei „Fahren ohne Fahrerlaubnis“. Gefolgt von rund 1.300 Delikten, die sich unter „grob verkehrswichtiges und rücksichtsloses Verhalten, Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung im Straßenverkehr“ auffächern lässt. dwe

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