Das Potenzial steht fest

Noch heuer erfährt die Öffentlichkeit, wo Windräder im Landkreis entstehen können. Foto: Vestas Central Europe

Eines steht fest: Der Landkreis hat genug Potenzial für Windräder. Wo diese überhaupt stehen können, sagt die so genannte Fortschreibung des Kapitels Windkraft im Regionalplan des Planungsverbandes Oberland aus. Die mit Spannung erwartete Erhebung des Planwerkes samt Kartierung ist nahezu fertig gestellt. Der Entwurf wurde nun am Donnerstag den Bürgermeistern unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einer Dienstbesprechung im Landratsamt vorgestellt.

Äußerst komplex gestaltete sich die Erhebung, wo Vorranggebiete ausgewiesen werden können. Denn in die Kartierung müssen vielfach gelagerte Ausschlusskriterien eingearbeitet werden. Der Naturschutz ebenso wie der Artenschutz, um nur zwei zu nennen. FFH-Gebiete sind ohnehin tabu. Selbst der Punkt, der den Bürgern und Rathauschefs am meisten unter den Nägeln brennt, nämlich das Orts- und Landschaftsbild, wurde berücksichtigt. Diesen Punkt werden sich die Bürgermeister ganz genau anschauen. Doch gilt es eben auch, ein sich gestecktes Ziel, Flächen im Einzugsgebiet des Planungsverbandes Oberland (Region 17) – sie umfasst die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen – als Vorrangflächen zu definieren. Das gelingt in der Region 17. „Es reicht, der Anspruch wird erfüllt“, erklärte Landrat Josef Niedermaier. Er erläuterte schon einmal den weiteren Ablauf. In Kürze soll es einen Beschluss des Planungsausschusses im Planungsverband geben. Unmittelbar danach beginnt die Anhörung. Sprich: Noch heuer wird die Öffentlichkeit erfahren, wo die Vorrangflächen für Windkraftanlagen liegen. Nach einer rund achtwöchigen Auslegung folgt eine Beurteilung, eine Korrektur des Entwurfs und abermals eine öffentliche Auslegung. Erst dann könnte es laut Niedermaier zu einer abschließenden Beschlussfassung kommen – „und zu einem Inkraftsetzen“. Wann das sein wird, darüber konnte der Landrat nur spekulieren. Angesichts sehr wahrscheinlicher Klagen sagte er nur so viel: „Da ist noch viel Zukunft drin.“ Landrat Niedermaier sprach sich nach der Informationsveranstaltung für „seine“ Landkreisbürgermeister abermals für das Prozedere der Fortschreibung des Regionalplans aus. Denn: „Wenn wir nichts machen, können Windräder gebaut werden, wo sie zulässig sind.“ Und: „Lieber gestalten wir selbst, sonst wird gestaltet.“

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