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Projekt Geothermie in Königsdorf scheitert – Investoren verschreckt

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Von: Viktoria Gray

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Geothermie-Kraftwerk
Ein Geothermie-Kraftwerk: Da sich kein Investor für das Projekt in Königsdorf fand, wird es dort in der Nähe der Kiesgrube vorerst kein solches Kraftwerk geben. (Symbolbild) © panthermedia/natam

Königsdorf – Trotz aller anfänglicher Zuversicht, einen Investor zu finden, scheiterte das Geothermie-Projekt in Königsdorf. Mittlerweile hat sich die Firma aufgelöst.

Die A.I.R.-Geokraft, ein Unternehmen, dass aus den drei Gesellschaftern Michael Riedl, Ernst Adlmaier und Peter Inselkammer bestand, wollte das Vorhaben umsetzen. Am Ende blieben die nötigen Geldgeber aus. Bohrungen, die ebenso in der Region erfolgten, aber keine vielversprechenden Ergebnisse lieferten, mussten potenzielle Investoren endgültig abgeschreckt haben. „Es ist sehr schade, aber wir hätten von allen Seiten Unterstützung gebraucht“, sagte Michael Riedl. Der Gmunder hatte über zehn Jahre versucht, das Projekt mit seinen Partnern umzusetzen.

Zur Vorgeschichte: 2006 hatte Riedl, der bei BMW in München arbeitet, das Bergrecht für das Gelände neben der Kiesgrube am Fiechtner See in Königsdorf beantragt. Eine erste seismische Untersuchung des Untergrunds erfolgte 2012. Im Jahr 2014 sollte dann – trotz der Misserfolge in Weilheim und Geretsried-Gelting – mit den Bohrungen in Königsdorf begonnen werden. Die Startfinanzierung hatten damals die drei Gesellschafter selbst übernommen.

„Geothermie sollte mehr gefördert werden“

Das Bergrecht hat Riedl mittlerweile zurückgegeben. Ideen hat der Gmunder zwar nach wie vor zuhauf, wie etwa die Alternative mit einem Durchlauferhitzer, aber auch dafür seien die Aussichten auf eine Rendite für das eingesetzte Kapital zu gering.

Der Betrag, den die drei Gesellschafter zu Beginn investierten war „nicht unerheblich“, wie Riedl erklärte. Eine genaue Zahl wollte er aber nicht nennen. „Das ist eben das unternehmerische Risiko und gehört dazu“, sagte er. Trotzdem findet er, könnte der bayerische Staat im Allgemeinen die Geothermie mehr fördern. „Die Energie aus der Wärmequelle ist sehr lukrativ“, betonte Riedl.

Projekte in der Region


In Geretsried-Gelting wird es nach den Misserfolgen in 2013 und 2017 erneut versucht. Wie berichtet, möchte das kanadische Unternehmen Eavor in Zusammenarbeit mit der Firma Enex Power Germany dort am Hofgut Breitenbach mit dem sogenannten „Eavor Loops-Verfahren“ vorgehen. Das besondere an „Eavor Loops“: Es wird nicht mehr zentral, sondern von zwei Bohrplätzen aus gebohrt. Diese Bohrungen werden dann unter der Erde verbunden. In Holzkirchen läuft das Geothermie-Projekt erfolgreich. Die Anlage speist dort seit 2018 Energie in das Holzkirchner Fernwärmenetz ein. Für potenzielle Energie-Bezieher ist ein Anschluss an das Fernwärmenetz jedoch dringend erforderlich. In Sauerlach ist außerdem im Jahr 2014 ein Heizkraftwerk in Betrieb gegangen, das aufgrund der hohen Temperaturen auch elektrischen Strom erzeugt.

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