Kein Radweg zum S-Bahnhof

Projektleiter Michael Hatzel nennt naturschutzrechtliche Gründe

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Soll ab 2028 bis nach Geretsried fahren: die derzeit in Wolfratshausen endende S7.

Geretsried – In der letzten Stadtratssitzung des Jahres informierte Projektleiter Michael Hatzel über den aktuellen Stand der geplanten Verlängerung der S-Bahn nach Geretsried. Demnach ist nun kein Rad- und Fußweg mehr von der Richard-Wagner-Straße zum Endbahnhof geplant.

„Das Naturschutzgebiet steht dem Eingriff entgegen“, bedauerte Hatzel. Deshalb wurde der Fuß- und Radweg, der die Bewohner des südlichen Stadtteils Stein ursprünglich zum Bahnhof führen sollte, aus den Planungen gestrichen. So müssen Bewohner aus dem Stadtteil Stein nun einen etwa 80 Meter langen Umweg in Kauf nehmen. Denn in der Umgebung des südlichsten der drei geplanten Geretsrieder S-Bahnhöfe gibt es einen Waldmeisterbuchenwald und einen Magerrasen. Die sind zwei nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) geschützte Lebensraumtypen. „Das wäre ein K.O.-Kriterium für das ganze Projekt“, gab der Planer zu bedenken.

Stadtbaurat Rainer Goldstein, Professor Dr. Detlev Ringer (Grüne) und Bürgermeister Michael Müller (CSU) konnten diese Planänderung nur bedingt nachvollziehen. „Dann entsteht dort ein inoffizieller Trampelpfad“, befürchtet Ringer.

Bürgermeister Michael Müller schlug deshalb eine Verbindung vom bestehenden Radweg, über den man zur Königsdorfer Alm kommt, bis hin zum künftigen S-Bahnhof vor. Hatzel versprach, diese Alternativlösung prüfen zu lassen. Und Stadtbaurat Rainer Goldstein gab sich schon mal kämpferisch: „Wir werden weiterhin für eine direkten Zufahrtsradweg kämpfen“, kündigte er an.

Ansonsten habe es laut Hatzel in diesem Jahr keine weitere Planänderungen zur S-Bahn-Verlängerung gegeben. Hans Ketelhut (CSU) äußerte deshalb die Befürchtung, dass die Deutsche Bahn aufgrund der umfangreichen Erweiterung der zweiten Stammstrecke in München die S-Bahn-Streckenverlängerung nach Geretsried „nach hinten geschoben“ haben könnte. Hatzel verneinte dies und verwies darauf, dass die Planungsunterlagen derzeit beim Eisenbahnbundesamt liegen. „Aus unserer Sicht sind sie genehmigungsfähig. Nun harren wir den Dingen, die da kommen werden“, zeigte sich der Projektleiter gelassen. Nach wir vor geht er davon aus, dass die S-Bahn-Verlängerung im Jahr 2028 vollzogen sein wird. Peter Herrmann

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