Protest gegen Lärm und Temposünder

Wolfratshauser Stadtrat Dr. Hans Schmidt und Anwohner hoffen auf Hilfe der Polizei

Dr. Hans Schmidt (l.) lud Anwohner, Polizeivertreter und Stadtverwaltungsmitarbeiter zu einem Ortstermin an, um auf Lärm- und Tempoüberschreitungen an der Roma-Kreuzung hinzuweisen.ph

Wolfratshausen/Landkreis – Anfang Mai wurde Dr. Hans Schmidt (Grüne) zum Stadtratsreferenten für Umwelt und Klima gewählt. Nach Beschwerden von Anwohnern, denen die Geräuschentwicklung und die Tempoüberschreitungen im Kreuzungsbereich zwischen Margeriten-, Schießstättstraße und Moosbauerweg Sorgen bereitet, lud er nun Polizei und Stadtverwaltungsmitglieder zu einem Ortstermin ein.

Laut aktuellen Messungen der Stadt halten sich an der Schießstättstraße nur 38 Prozent der Autofahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometer „Dadurch erhöht sich auch der Lärmpegel“, gab Dr. Hans Schmidt zu bedenken.

Ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Presse lesen will, hat die Geräuschentwicklung von seinem Balkon aus mit einem Messgerät ermittelt. Dabei fielen ihm vor allem „Poser“ auf, die Motoren ihrer Autos oder Motorräder absichtlich laut hochfahren und mit quietschenden Reifen anfahren. „Meine Messungen ergaben teilweise über 90 Dezibel. Zum Vergleich: Ein startender Jumbojet kommt auf 120 Dezibel“, berichtete der Bürger. Nun hofft er auf die Hilfe der Polizei, der er beim Ortstermin an der viel befahrenen Kreuzung eine selbst angefertigte Liste mit Kfz-Kennzeichen von Temposündern übergab.

Steffen Frühauf und Tony Lechner erkennen jedoch noch keinen akuten Handlungsbedarf. „Wir registrieren hier hauptsächlichen Vorfahrtsvorstöße, die Tempoüberschreitungen halten sich im Rahmen“, erklärte Lechner.

Ein weiterer Anwohner forderte dennoch strengere Kontrollen. Schmidt forderte die Bürger in diesem Zusammenhang dazu auf, Unfälle und Verkehrsverstöße sofort bei der Polizei anzuzeigen. „Nur so erhalten wir belastbare Zahlen, auf deren Grundlagen der Stadtrat und die Behörden geeignete Maßnahmen ergreifen können“, glaubt Schmidt.

Steffen Frühauf, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Wolfratshausen, verwies darauf, dass die Dienststelle jederzeit telefonisch oder über einen Online-Zugang erreichbar ist. „Wir werden uns hier aber nicht auf die Lauer legen und die Leute schikanieren“, stellte er klar. Zudem gelte es für die Polizei, auch andere Probleme wie etwa Drogenhandel und Körperverletzungen an anderen Brennpunkten in der Stadt nicht aus dem Auge zu verlieren.

„Wir nehmen die Infos über Verkehrsdelikte an der Roma-Kreuzung aber gerne auf“, versprach Lechner. Hubert Bernwieser von der Stadtverwaltung wollte sich dagegen über weitere mögliche Maßnahmen der Stadt zur Tempo- und Lärmüberwachung nicht äußern. Über einen diesbezüglichen Antrag der Grünen (wir berichteten) diskutiert der Bauausschusses des Geretsrieder Stadtrates am Mittwoch,10. Juni. Peter Herrmann

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