Nah an den Wurzeln des Blues

Publikum im D’Amato feiert Auftritt des Duetts von Black Patti

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Beherrschten ihre Instrumente meisterhaft: Peter Crow C. (l.) und Ferdinand „Mr. Jelly Roll“ Kraemer.

Wolfratshausen – Wer die Herkunft von Black Patti nicht kennt, würde beim Anhören ihrer Stücke sicher nicht auf München tippen. Doch das Duo bewies im D’Amato erneut, dass auch Deutsche den Blues glaubwürdig spielen können.

Amerikanischen Blues der 1920er und 1930er-Jahre, Ragtime, Gospel- und Spiritualstücke gab es am Freitagabend im D’Amato zu hören. Die Befürchtung, dass diese weitab des Mainstreams gelegene Mischung nur eine überschaubare Zuhörerschaft anzieht, schien der mäßige Vorverkauf zu bestätigen. „Wir haben gerade einmal fünf Karten verkauft und wollten den Abend schon absagen“, verriet Michel Amato.

Umso überraschender kam für ihn dann der Andrang an der Abendkasse, sodass sich der Vorraum der Musikkneipe schnell füllte. Das seit acht Jahren bestehende Münchner Duo Black Patti dankte es dem Publikum mit enormer Spielfreude. So offenbarte sich schnell, warum Peter Crow C. für sein virtuoses Gitarren- und Mundharmonikaspiel einst den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielt. Dazu spielte Ferdinand „ Mr. Jelly Roll“ Kraemer auf der Mandoline und unterstützte seinen Partner auch gesanglich.

Dass einige Songs dabei ganz schön düster daherkamen, lag in der Natur des Blues und minderte den Applaus der Besucher kaum. Peter Crow C. gestand in diesem Zusammenhang, dass er beim Schreiben einiger Lieder an seine Ex-Frau gedacht habe. „Diese Stücke sind alle nicht schön“, erklärte er. Doch dabei blieb es natürlich nicht: Das nach einem Plattenlabel benannte Duo präsentierte auch schwungvolle Tanznummern und verließ des Öfteren die Bühne, um musizierend mit dem mittlerweile größtenteils stehenden Publikum zu feiern.

Wer den mitreißenden Auftritt im D’Amato verpasst hat, dem seien die Black-Patti-Konzerte am Dienstag, 29. Januar, im Volkstheater München und am Mittwoch, 20. Februar, im Fraunhofer (Beginn: jeweils 20 Uhr) empfohlen. Außerdem spielen die beiden am ersten Tag des Bluesfestivals, das am Freitag, 15., und Samstag, 16. März, in Puchheim bei Fürstenfeldbruck stattfindet. Peter Herrmann

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