Räumfahrzeug aus Gewässer geborgen / 48-jähriger Fahrer erliegt Verletzungen

 Schneepflugfahrer stürzt in die eiskalte Isar

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Ein Winterräumfahrzeug ist zwischen Fall und Vorderriß in einen Seitenarm der Isar gerutscht. Der Fahrer erlag seinen Verletzungen.
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Ein Winterräumfahrzeug ist zwischen Fall und Vorderriß in einen Seitenarm der Isar gerutscht. Der Fahrer erlag seinen Verletzungen

Vorderriß – Tragischer Vorfall bei Vorderriß (Gemeinde Lenggries). Der Kampf gegen die Schneemassen forderte ein Todesopfer: Der Fahrer eines Schneepfluges verunglückte mit seinem Lkw. Das Fahrzeug rutschte eine Böschung hinab und landete seitlich liegend in einem Seitenarm eines Sylvensteinsee-Zulaufs der Isar.

Der 48-jährige Fahrer wurde eingeklemmt und konnte nur in einem sehr schwierigen Einsatz geborgen werden. Der Winterdienstler erlag später seinen schweren Verletzungen. Landrat Josef Niedermaier ist sichtlich betroffen, als er beim heutigen Pressegespräch zum von ihm ausgerufenen Katastrophenfall über den Unfall sprach. Der Einsatz ist da gerade erst ein paar Stunden her. „Meine Gedanken sind bei der ganzen Truppe, die Männer geben gerade alles. Der Unfall, eine Tragödie.“ 

Bei Schneeräumarbeiten zwischen Fall und Vorderriß an Lawinenumfahrung der B307, rutschte der Lkw eine steile Böschung hinab, kippte zur Seite – und landete fahrerseitig im Wasser eines Isar-Ausläufers zum Sylvensteinsee. Zwischen 8.30 und 9.05 Uhr musste dies gewesen sein, teilte die Polizei mit. Kollegen des Fahrers finden das havarierte Fahrzeug, setzen umgehend einen Notruf ab, steigen ins etwa drei Grad Celsius kalte Wasser. Sie versuchen, den 48-Jährigen zu befreien, der aber ist eingeklemmt. 

Ein Großaufgebot an Rettungskräften aus Feuerwehr BRK, darunter auch mehrere Notärzte versuchen, den Mann zu retten und hoffen den positiven Effekt der Hypothermie: „Der Körper wird abgekühlt, der Stoffwechsel fährt kontrolliert in den Keller, damit der Körper die Vitalfunktionen am Laufen hält“, erklärte der Leitende Notarzt Dr. Udo Bonjean. Mehrere Stunden betreuen die Einsatzkräfte – darunter auch Mitglieder der Berrgwacht und Taucher der Wasserwacht – den Mann, stehen dabei selbst in dem eiskalten Wasser.

Erst ein schwerer Autokran, der von der Polizei zum Unglücksort eskortiert wird, schafft es, den Lkw anzuheben und den Rettungskräften den Raum zu schaffen, um den Fahrer nach drei Stunden zu befreien. Mit einem Rettungshubschrauber wird der 48-Jährige in eine Spezialklinik nach Innsbruck geflogen. Dort erliegt er dann seinen Verletzungen. Zur Rettung des Fahrers waren die Feuerwehren Lenggries, Fall, Vorderriß und Bad Tölz sowie das BRK, Bergwacht und die Wasserwacht in die Rettungsmaßnahmen unmittelbar mit eingebunden.

„Der Einsatz stellte sich als außergewöhnlich schwierig dar, da die Rettungskräfte den Einsatzort nur schwer erreichen konnte und auch das Terrain für die Rettung äußerst schwierig war“, so Polizeihauptkommissar Andreas Loeffler von der Polizeiinspektion Bad Tölz. Die Retter konnten nur über Steckleitern der Feuerwehr zur Fahrerkabine gelangen. Ein spezielles Krisentinterventionsdienst betreute die Einsatzkräfte, erklärte Stefan Kießkalt, Pressesprecher der Kreisbrandinspektion Bad Tölz-Wolfratshausen. Denn: „Für sie gibt es da viel aufzuarbeiten.“ tka

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