Randale nach Maisfeldparty

29-Jähriger Schäftlarner greift im Rausch Polizisten an

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Angeklagter entschuldigt sich bei seiner Verhandlung im Amtsgericht bei einem Polizisten für sein aggresives Verhalten. Foto ph

Ascholding – Rund 4.000 Besucher kamen am 4. August des vergangenen Jahres zur Maisfeldparty. Dabei kam es am Ende auch zu einer Prügelei und zur Festnahme eines Schäftlarners, der sich neun Monate später wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten musste.

Acht bis neun Gläser mit einer hochprozentigen Rum-Cola-Mischung und ein paar Weißbier hatte der Angeklagte konsumiert, als er gegen 3 Uhr nachts zunächst mit einem Familienangehörigen aneinandergeriet. Am Taxistand kam es schließlich zu einer Prügelei, die die Polizei nur mit großer Mühe beenden konnte.

„Wir haben vier Mann benötigt, um ihn zu bändigen“, berichtete ein 38-jähriger Polizist. Sein 20-jähriger Kollege erhielt von dem Angeklagten einen Schlag ins Gesicht, durch den seine Lippe aufplatzte. „Er hat getobt wie vom anderen Stern und schlug mit Armen und Füßen aus“, erinnerte er sich. Zu viert gelang es schließlich, den Schäftlarner zu fesseln und auf die Geretsrieder Polizeiinspektion zu bringen. „Auch nach der Festnahme war noch seine aggressive Haltung gegenüber Polizisten zu erkennen“, sagte ein weiterer Kollege aus.

Etwas weniger Probleme bereitete der Familienangehörige, mit dem sich der Angeklagte zuvor geprügelt hatte. Aufgrund einer hohen Alkoholisierung von über zwei Promille wurde er in dieser Nacht vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Bei dem Angeklagten wurde der Wert zwar nicht ermittelt. Eine während der Verhandlung anwesende Gutachterin ging jedoch davon aus, dass der 29-Jährige in dieser Nacht wahrscheinlich eine ähnlich hohe Alkoholisierung erreicht hatte.

Vor dem Urteilsspruch nutzte er die Gelegenheit, sich bei den Polizisten für sein Verhalten zu entschuldigen. „Ich habe nichts gegen Sie und arbeite in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit auch oft mit Ihnen zusammen“, stellte er klar.

Wegen des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und vorsätzlicher Körperverletzung forderte die Staatsanwältin eine einjährige Freiheitsstrafe, die aber noch einmal zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Richter Helmut Berger wertete es positiv, dass der Angeklagte bisher noch nicht vorbestraft war und schloss zudem nicht aus, dass aufgrund der erheblichen Alkoholisierung eine verminderte Steuerungsfähigkeit vorgelegen haben könnte. Er sprach eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 80 Euro – insgesamt 8.000 Euro – aus. „Das war hoffentlich ein einmaliger Ausrutscher“, mahnte er den Verurteilten. ph

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