Randale in der Polizeiwache

Amtsgericht verurteilt 31-Jährigen zu Bewährungsstrafe mit Geldauflage

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Hohen Sachschaden verursachte ein Betrunkener in der Haftzelle der Geretsrieder Polizeiinspektion (Symbolbild).

Geretsried – Einen hohen Sachschaden verursachte ein heute 31-jähriger Mann am 24. August 2019. Nachdem er einer Gruppe von Menschen zunächst den verbotenen Hitlergruß gezeigt hatte und eine Glastür in einem Mehrfamilienhaus an der Händelstraße zerstört hatte, randalierte er nachts in der Polizeiwache weiter. Nun musste er sich vor dem Amtsgericht verantworten.

„Der Mann war sehr betrunken, aggressiv und laut “, erinnerte sich ein Polizist. Am 24. August war er abends gegen 21.30 Uhr mit einer Streife zu einem Mehrfamilienhaus in der Händelstraße gefahren. Dort hatte der alkoholisierte Angeklagte eine Gruppe von jungen Menschen, die sich auf einen Balkon aufhielten, zunächst beschimpft und dann den verbotenen Hitlergruß gezeigt. Danach trat er mit seinen Füßen gegen eine Glastür. Der Schaden belief sich auf rund 1.000 Euro. „Wir haben ihm zunächst einen Platzverweis ereilt, die Personalien aufgenommen und dachten die Sache sei erledigt“, berichtete der Polizist. Doch der Randalierer, bei dem ein Alkoholwert von 1,6 Promille und der Konsum von Amphetaminen nachgewiesen wurde, hielt sich nicht an die Vorgaben. Deshalb nahm ihn die Einsatzkräfte kurz darauf in Gewahrsam und sperrten ihn in eine Zelle. 

„Dort hat er gegen alles uriniert, was in Reichweite war, dann das Klo aus der Verankerung getreten und damit gegen die Türe geschlagen: So etwas haben wir hier in Geretsried noch nicht erlebt“, wunderte sich der Polizist. Der Sachschaden belief sich hier auf weitere 2.500 Euro. Da sich die beschädigte Zellentür vorübergehend von außen nicht öffnen ließ, wurde sogar die Feuerwehr alarmiert. „Zum Glück haben wir die Tür dann kurz vor ihrem Eintreffen aufbekommen“, so der Zeuge weiter. Ein ebenfalls angeforderter Notarzt verabreichte dem Inhaftierten verschiedene Medikamente. Danach wurde er in die geschlossene Station der Psychiatrie der Klinik in Agatharied gebracht.

 „Ist er denn wahnsinnig?“, fragte sich Richter Helmut Berger. Er erinnerte den mehrfach vorbestraften Angeklagten daran, dass er zum Tatzeitpunkt unter offener Bewährung stand. Eine bereits erfolgte Verurteilung für das Fahren ohne Führerschein wurde auf die Gesamtstrafe angerechnet. Richter Helmut Berger folgte der Empfehlung des Staatsanwalts und verhängte wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und zwei Sachbeschädigungen eine zehnmonatige Freiheitsstrafe, die er zur Bewährung aussetzte. Als Auflage muss der 31-Jährige 2.000 Euro an den Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr zahlen. Die Bewährungszeit setzte Berger auf drei Jahre fest. „Jetzt bin ich brav“, versprach der Verurteilte abschließend. ph

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