Amtsgericht Wolfratshausen

Raubüberfall: Verhandlung erneut vertagt

Wolfratshausen/Geretsried – Auch am zweiten Verhandlungstag binnen einer Woche bestritt Bernhard F. (Name geändert), am 21. April an einer Geretsrieder Bushaltestelle einem Wolfratshauser Schüler fünf Euro aus der Hand gerissen und danach weitere Jugendliche angegriffen zu haben.

Nach der Vernehmung von vier weiteren Zeugen entschied sich Richterin Barbara Treeger-Huber, die Verhandlung erneut um eine Woche zu vertagen. Ein 15-jähriger Pole, der mit einer Dolmetscherin im Gerichtssaal erschien, sowie ein Bekannter sollten den Angeklagten mit ihren Zeugenaussagen entlasten und beweisen, dass er sich zur Tatzeit an einem anderen Ort aufhielt. Ihre Ausführungen wirkten indes wenig überzeugend. „Vier Tage vorher hatte meine Mutter Geburtstag. Deshalb erinnere ich mich daran, dass ich den darauffolgenden Samstagabend mit ihm und ein paar Freunden verbracht habe“, so der Jugendliche. Auch der zweite 21-jährige Zeuge will sich genau an diesen Abend erinnert haben, weil ihn am nächsten Tag seine mittlerweile von ihm getrennte Freundin besuchte. Zudem gab er zu, am Tatabend Alkohol konsumiert zu haben und zwischendurch seine nahe gelegene Wohnung aufgesucht zu haben. Wie lange er mit den anderen Bekannten und dem Angeklagten geredet hätte, konnte der Arbeitslose nicht genau sagen. „Wenn ich trinke, schaue ich nicht ständig auf die Uhr“, so der Geretsrieder. Im Zeugenstand wurden zudem eine Polizistin, die den Angeklagten nach der Anzeige der Opfer verhörte, sowie der Vater des beraubten Schülers vernommen. Obwohl nach zwei insgesamt siebenstündigen Verhandlungen viel gegen den 22-jährigen Bernhard F. spricht – die Opfer identifizierten ihn vor einer Woche übereinstimmend als Täter – konnte sich Richterin Barbara Treeger-Huber noch nicht zu einer Verurteilung durchringen. Die könnte dann am 4. Dezember folgen. Peter Herrmann

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