Von Regensburg bis Südafrika

Auf der digitalen Kulturbühne: die Musiker Paul Mark Adams und Kolossus Däächt

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Regensburger Punkband Kolossus Däächt im Geltinger Hinterhalt.

Gelting – Gleich zwei Konzerte gab es am vergangenen Pfingstwochenende auf dem vom Kulturverein Isar-Loisach (KIL) organisierten Livestream zu hören. Nach dem Auftritt des südafrikanischen Sängers Paul Mark Adams und seiner Multi-Kulti-Band am Freitag ließ es die Regensburger Punkband Kolossus Däächt tags darauf gewaltig krachen.

Geretsrieds frischgebackene zweite Bürgermeisterin Sonja Frank verlor nicht viele Worte, um die sechsköpfige Band und Sänger Paul Mark Adams anzukündigen. Sie freute sich vor allem auf Trompeter und Congaspieler Florian Sagner. „Ein eingefleischter Geretsrieder, der in der ganzen Welt super Musik macht“, würdigte sie den Musiker. Es folgte eine rund anderthalbstündige Show, in der sich entspannter Reggae, mit druckvollem Soul und improvisierten Jazz-Einlagen abwechselte. Dabei versäumte es Adams auch nicht, an den von einem amerikanischen Polizisten ermordeten George Floyd aus Minneapolis zu erinnern und ihm einen Song zu widmen.

Etliche Dezibel lauter, aber nicht minder unterhaltsam, gestaltete sich am darauffolgenden Samstag der Auftritt von Kolossus Däächt. Das Regensburger Punk-Quartett stellte nicht nur sein im März erschienenes Debüt-Album „Lipstick Love“ vor, sondern dekorierte auch die ansonsten für das Publikum reservierte Tanzfläche mit Schlager-LP-Covern und leeren Bierflaschen. Davor saß der scheinbar emotionslose Alex Bartl, der als Drummer der befreundeten Bluesband Williams Wetsox nicht nur im Oberland bekannt sein dürfte. Musikalisch erinnerte das erfrischende Soundgewitter der Band an die frühen Stooges mit Iggy Pop und die leider fast in Vergessenheit geratene Koblenzer Band Blackmail. Dennoch blieb die Mischung eigenständig, auf Coversongs wurde konsequent verzichtet.

Filmproduzent Thorsten Thane und Tontechniker Hendrik Noeller sorgten dafür, dass die Bilder und die Musik in der gebotenen Schärfe per Livestream ins Internet übertragen wurde.

12. Livestream-Konzert am Samstag

Schon an diesem Samstagabend (6. Juni, 20 Uhr) verneigen sich dann Musiker der Stimulators, der Al Jones Bluesband und anderer Gruppen bei der mittlerweile zwölften Livestream-Übertragung vor ihrem ehemaligen Kollegen Oskar Pöhnl. Der Schlagzeuger verstarb am 21. Mai im Alter von 69 Jahren. „Die Spenden für dieses Konzert gehen direkt an die Familie von Oskar, damit sie die Beerdigungskosten und andere Dinge bezahlen können“, verspricht KIL-Vorsitzende Assunta Tammelleo. Peter Herrmann

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Information: Eine Zusammenfassung aller bisherigen Livestream-Veranstaltungen aus der Kulturbühne Hinterhalt, gibt es im Internet zu sehen auf www.kulturverein-isar-loisach.de.

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