DB Regio zieht sich zurück

Mit der DB Regio hat sich der größte Mitbewerber auf das Streckennetz der BOB von der Ausschreibung zurückgezogen. Foto: BOB/Uwe Miethe

Überraschende Kehrtwende: Die Bahn zieht sich von der laufenden Ausschreibung der Strecke der Bayerischen Oberlandbahn zurück. Damit ist der ärgste Mitbewerber für die von der französischen Veolia-Gruppe gehaltenen BOB aus dem Rennen.

Nach intensiver Prüfung der Ausschreibungsunterlagen für die Regionalzugverkehre im Bayerischen Oberland hat die DB Regio Bayern entschieden, keine Bewerbung abzugeben. „Der Einblick in die Unterlagen, die wir im Rahmen der Ausschreibung erhalten haben, hat gezeigt, dass technische Fragen bei den Integralzügen zu wirtschaftlichen Risiken führen können, die kaufmännisch nicht seriös kalkulierbar sind“, erklärte Norbert Klimt, Vorsitzender der Regionalleitung DB Regio Bayern kurz vor Redaktionsschluss. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hatte in dem Wettbewerbsverfahren zur Bedingung gemacht, dass die bereits jetzt eingesetzten 17 Integralzüge weiter betrieben werden müssen. Der Gewinner der Ausschreibung ist verpflichtet, die Fahrzeuge und die Werkstatt in Lenggries zu einem festgelegten Kaufpreis zu übernehmen. Die Ausschreibung umfasst den Zeitraum bis 2024. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, denn wir hätten gerne unsere Leistungsfähigkeit für das Oberland unter Beweis gestellt“, sagte Klimt. Die Strecken ins Bayerische Oberland waren die ersten in Bayern, die 1998 in einer Ausschreibung an einen Wettbewerber vergeben wurden. DB Regio Bayern war aus diesem Grund besonders interessiert, das 120 Kilometer lange Netz, das bis nach Bayrischzell, Lenggries und nach Tegernsee reicht, zurück zu gewinnen. Klimt: „Die wirtschaftlichen Risiken sind offensichtlich. Technische Gutachten aus den Ausschreibungsunterlagen lassen erkennen, dass es bei den Integralzügen unbeantwortete Fragen gibt. Diese können für den Betreiber unkalkulierbare Kosten nach sich ziehen. Dies können wir für unser Unternehmen nicht vertreten.“ BOB-Geschäftsführer Heino Seeger zeigte sich zwar überrascht, sieht den Rückzug der DB Regio aber als „logische Konsequenz“.

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