Suppe aus dem Kühlschrank

Regiomat oder Ruhezone: Ickinger Gemeinderat diskutiert über Flächennutzung vor dem Rathaus

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Links vom Rathaus will der beliebte Imbissladen Baumgartner“ einen „Regiomaten“ aufstellen. Die „Ruhezone“ soll erhalten bleiben.

Icking – Einen Selbstbedienungsautomaten mit Fleisch und Brotzeiten möchte der im Ickinger Rathaus beheimatete Imbiss und Feinkostladen Baumgartner bei sich um die Ecke aufstellen. Das darf er nach einigen kontroversen Debatten auch. Einzelne Ratsleute waren jedoch skeptisch, ob die Maschine mit der dortigen „Ruhezone“ unter einen Hut zu bringen sei.

„Regiomat“ heißt der 1,80 Meter hohe Kühlschrank, in dem die Baumgartners regionale Lebensmittel unabhängig von den Ladenöffnungszeiten anbieten wollen, in der Form als erste im Landkreis. Wer Sonntagnachmittag spontan grillen will, kann sich bald aus den Fächern mit Fleisch eindecken, das von Münsinger Bauern geliefert wird. Regional hergestellte Milch, Joghurt und Käse soll es auch geben, außerdem Brotzeiten und Wurstsalat für die Wanderer, die hier auf dem Weg zur Isar vorbeikommen. Jakob und Anni Baumgartner denken auch über Eier nach, sowie im Winter über hausgemachte Suppen und Salate, die sie in Weckgläsern anbieten wollen. Wer sich nur schnell etwas holen wolle, müsse nicht eigens in den Laden kommen. „Wir hatten schon lange die Idee und schauen jetzt, wie’s läuft“, meinte Jakob Baumgartner zum Gelben Blatt.

Der Standort auf der Südseite des Rathauses ging im Gemeinderat jedoch nicht ohne Streit ab. Denn dort wurde einst eine als „Ruhezone“ deklarierte kleine Hofecke mit Begrünung, Brunnen und Bänken eingerichtet. Gemeinderat Otto Güllich (Ickinger Initiative) wollte diesen „wunderbaren Platz“ nicht mit einem bunten Automaten verschandeln. „Der Kasten lädt nicht gerade zum Verweilen ein“, war seine Befürchtung. „Den Brunnen braucht keiner mehr, wenn wir ihn noch weiter abschirmen.“ Er schlug stattdessen einen Standort bei der Nordseite vor, wo Post und Gemüsehändler sind. „Die paar Meter sind leicht zu überbrücken.“

Seine Ratskollegen sahen das anders, denn die Geschäftsleute seien auf einen Platz unterm Dach und auf wenig Umbauten angewiesen. Für die Kunden müsse außerdem ersichtlich sein, zu welchem Laden der Automat gehöre. „Das ist schon der richtige Platz“, sagte Claudia Roederstein (UBI). „Man kann ihn nicht in die Prärie stellen.“

Alle Ratsmitglieder waren aber dafür, dass die in die Jahre gekommene Ecke wieder ordentlich hergerichtet werden müsste. Kippen, Bierflaschen, Unkraut im Kies – der Ruhebereich habe sich ziemlich schmuddelig entwickelt, so Roederstein. Vigdis Nipperdey bemängelte, dass der Brunnen nicht funktioniere und auf dem Platz nur Autos abgestellt würden. Der Automat soll in drei Wochen kommen. Er rückt an die Seite der einen Sitzbank, die andere wird gegenüber aufgestellt.  Susanne Hauck

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