Jahresbilanz der Bayerischen Eisenbahngesellschaft

Regionalzüge pünktlicher, aber weniger Fahrten

Zug der Bayerischen Regiobahn.
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Verkehren im Oberland: Züge der Bayerischen Regiobahn.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Landkreis – Die Jahresbilanz der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) verdeutlicht zwei Trends: Zum einen waren die Züge pünktlich unterwegs und zum anderen gab es Anfang des Jahres weniger Fahrten. .

Die BEG, die im Auftrag des Freistaats den Schienenpersonennahverkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, hat für 2020 die Zahlen zur Pünktlichkeit vorgelegt. Bayernweit lag die Pünktlichkeitsquote der Regionalzüge und S-Bahnen bei 94,1 Prozent, ein Plus von 1,8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. „Als pünktlich gewertet werden alle Züge, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben“, erklärt Sprecher Wolfgang Oeser von der BEG.

Insbesondere aufgrund des letztjährigen Lockdowns ist die bayernweite Ausfallquote 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozentpunkte deutlich gestiegen: Von den Verkehrsleistungen im bayerischen Regional- und S-Bahn-Verkehr sind sechs Prozent ausgefallen (2019: 2,9 Prozent).

„Die Zahlen sind wegen Corona nur sehr eingeschränkt mit den Ergebnissen aus den Vorjahren vergleichbar“, erklärt Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG. „Die Züge waren auch deshalb pünktlicher, weil wegen Corona zeitweise auch weniger Züge unterwegs waren.“ Knapp die Hälfte aller Zugausfälle im Jahr 2020 gingen auf das von Ende März bis Mitte Mai reduzierte Verkehrsangebot zurück. „Ohne diesen Corona-Sondereffekt lag die Ausfallquote 2020 ungefähr auf dem Niveau des Vorjahrs“, so Fuchs weiter.

Infrastruktur Hauptgrund für Verspätungen

Knapp ein Drittel aller Verspätungen gehe auf die Infrastruktur zurück, seien es Störungen oder Bauarbeiten, so Oeser. Neu aufgenommen in die Auswertung hat die BEG das Warten auf verspätete Züge, damit Fahrgäste ihre Anschlusszüge erreichen. 9,7 Prozent aller Verspätungsminuten in Bayern entfallen auf diesen Grund „Anschlusswarten“.

Auch die externen Einflüsse und gefährliche Ereignisse legten 2020 zu: also etwa Personen im Gleis und Notarzt- oder Polizeieinsätze, hat die BEG neu in die Auswertung aufgenommen und zu den „externen Einflüssen“ hinzugefügt. Laut BEG kommt die Zunahme dieser Kategorie um 5,7 Prozentpunkte auf 20 Prozent ebenfalls durch eine Neuordnung der Verspätungsursachen durch die BEG zustande.

BRB Top – Werdenfelsbahn Flop

Positiv im Vergleich zum bayernweiten Trend bei den Zugausfällen entwickelten sich insbesondere die Netze der Bayerischen Regiobahn (BRB). Gegen den bayernweiten Positivtrend verschlechterte sich lediglich ein Netz: die Werdenfelsbahn. „Vor allem Langsamfahrstellen über mehrere Monate drückten hier die Pünktlichkeitsquote“, erklärt Oeser. Im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte auf 91,3 Prozent.

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