Zeugnisse, Preise und Stipendien

Abi 2020 im Reichersbeurer Max-Rill-Gymnasium: bunte und internationale Schülergruppe

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Die Absolventen des Max-Rill-Gymnasiums: (v.li.) Lan Wang, Jeanne Mundel, Victor Krass, Constantin Sämann, Chanh Grobys, Fabian Bonjean, Anastasia Alenchenko, Vasilisa Tovstyga, Haokun Zhao und Jiahe/LeBron Qin. 

Reichersbeuern – Ein bunter Haufen, der dieses Jahr im Reichersbeurer Max-Rill-Gymnasium ums Abitur kämpfte. Nur vier Schüler der elf Schüler kommen aus der Region, fünf haben ihre Wurzeln in China und Russland. Sie alle haben gemeinsam: Sie haben es geschafft.

Dass allesamt das Abiturzeugnis in den Händen halten durften, ist keine Selbstverständlichkeit, da fast die Hälfte der Schüler eine andere Muttersprache als Deutsch hat. Etwa die Chinesin Wan Lang: „Wenn jemand nach drei Jahren Aufenthalt die deutsche Sprache nahezu beherrscht, zeugt das von Variabilität“, sagte Lehrer Christian Danner. Schmunzelnd fügte er hinzu: „Ich kenn’ Oberpfälzer, die sprechen nach 30 Jahren kein richtiges Deutsch.“ Jeanne Mundel wiederum ging erst in Dänemark und dann in Freiburg zur Schule, ehe es sie nach Reichersbeuern verschlug. Oder die Russin Vasilisa Tovstyga aus St. Petersburg. Sie betreibt einen eigenen Youtube-Kanal, ihre Videos wurden in der Spitze schon über 35 Millionen Mal angeklickt. „Wie eine russische Matroschka hast du an der Max-Rill-Schule immer wieder Schalen abgeworfen und neue, faszinierende Aspekte deines Innenlebens offenbart“, urteile Lehrer Nikolaus Frei. Auffallend auch ihre Disziplin, Ehrgeiz und Neugierde in der Theatergilde. Als einzige Schülerin hatte sie den Casting-Prozess für die ZDF-Produktion „Gipfelstürmer“ überstanden, die im Schloss gedreht wurde. Schließlich bekam Tovstyga sogar die Hauptrolle in der Sendung.

Die Absolventen haben als Lerngruppe „ganz wunderbar“ zusammengefunden, befand Schulleiterin Carmen Mendez, die ihre Ausführungen mit einigen Statistiken garnierte. So brachten es die Mädchen auf einen Notenschnitt von 2,44, die Buben auf 2,60.

Die Glemser-Stiftung, die sich das Ziel gesetzt hat, zukünftige Eliten zu unterstützen und zu vernetzen, zeichnete Jeanne Mundel für ihre Leistungen aus. Mundel erhielt auch den Max-Rill-Gedächtnispreis, ein Online-Stipendium von e-fellows.net und einen Sonderpreis für herausragende Leistungen im Fach Physik.

Der Dieter-Stöver-Gedächtnispreis für besondere künstlerische Leistungen ging an Vasilisa Tovstyga. Den Max-Rill-Gedächtnispreis erhielt auch Lan Wang als Anerkennung für ihr herausragendes Abiturzeugnis nach nur drei Jahren in Deutschland. Die Chinesin wird ebenso für die Glemser-Stiftung vorgeschlagen. Einer der Gründe: Wang hat unter anderem eine mathematische Formel entworfen, die den Zusammenhang zwischen Fake News und Demokratie aufzeigt. Damit hat sie auch eine Jury in einem europäischen Wettbewerb beeindruckt.Patrick Staar

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