Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuz trainiert im alten Tölzer Spaßbad

Hundegebell im Alpamare

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Hundeführer verschiedener Staffeln am Eingang des Tölzer Alpamares (Bild oben). Die Hunde suchten dort im Inneren nach Vermissten. (Bild r.) Reiner Leisner mit Hündin Paula in der Sauna.

Bad Tölz – Aufgeregte Kinderstimmen und brechende Wellen: Geräusche, die im Tölzer Alpamare längst verklungen sind. Doch nun schallte plötzlich lautes Gebell durch die alten Räumlichkeiten des ehemaligen Spaßbades. Für die Ausbildung von Rettungshunden des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) öffnete das Alpamare noch einmal seine Türen.

Es ist gar nicht einfach, geeignete Trainingsmöglichkeiten für die Trümmerausbildung zu finden, zum Teil trainieren die Hundeführer sogar im Ausland auf für den Katastrophenschutz zur Verfügung gestellten Gelände. Um so erfreulicher ist es, dass das Alpamare für das staffelübergreifende Training des BRK Bezirksverbands Oberbayern seine Pforten öffnete. So konnten 16 Rettungshundeteams in den leerstehenden Gebäuden für den Ernstfall üben.

Immer wieder hört man Vierbeiner laut Bellen, um ihrem Hundeführer den Fund, einen versteckten Helfer, zu melden. „Ausgebildete Rettungshunde können Verschüttete schnell und zuverlässig selbst in instabilen Trümmern aufspüren“, erklärt Kathrin Lichtenauer von der BRK Rettungshundestaffel. Diese Fähigkeiten würden vor allem nach Erdbeben und Gebäudeeinstürzen gefordert. So kamen die Spürnasen auch beim Hochwasser vergangenen Sommer an der Donau zum Einsatz. Zudem wurden die Trümmerhunde alarmiert, als bei Prutting (Kreis Rosenheim) ein LKW in eine Halle gefahren war und die Hundeführer waren in Alarmbereitschaft bei der Entschärfung der Fliegerbombe in Augsburg.

Für diese anspruchsvollen Aufgaben müssen die Vierbeiner sehr gut ausgebildet sein, berichtet Helga Leisner, Ausbilderin des Bezirksverbandes für Trümmerhunde: „Der Hund muss lernen, im Ernstfall selbstständig und systematisch zu arbeiten, denn nicht immer kann der Hundeführer den Vierbeiner in ein Gebäude begleiten.“ Dunkelheit, verschachtelte Räume oder schmale Treppen dürfen den Hund nicht verunsichern.

Diese Örtlichkeit bot nun das Alpamare für die BRK Rettungshunde: Rutschen, Tauchbecken, Kellergänge. Gerade die Untergeschosse mit den unzähligen Umkleiden und den Leitungskanälen bieten echte Herausforderungen für Tier und Mensch. „Der Hundeführer gibt das Gebäude nach dem Absuchen frei, und wenn die Bagger für den Abriss anrücken, sollte kein Mensch mehr im Gebäude sein. Da muss man als Mensch seinem Hund wirklich vertrauen“, betont Leisner.dwe

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