Riesch kritisiert Ranger-Finanzierung

Walchensee-Debakel: Markige Worte zu Freistaat im Kreisumweltauscchuss

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Der Freizeitdruck auf die Walchenseeregion ist hoch. Walchensee-Ranger sollen helfen, den Ansturm an Erholungssuchenden Herr zu werden – doch die Finanzierung dazu wirft Fragen auf.

Jachenau/Kochel – Zwar sind die zwei Walchensee-Ranger inzwischen über den Kreishaushalt verabschiedet. Doch im Kreisumweltausschuss gab es nochmals markige Worte. Der Jachenauer Bürgermeister Georg Riesch forderte, dass der Freistaat für die Finanzierung aufkommt. Zumindest anteilsmäßig. Doch München sieht sich da bislang uneinsichtig.

Riesch nutzte die jüngste Kreisumweltausschuss-Sitzung, um sich Luft zu verschaffen. Dass die beiden Ranger-Stellen genehmigt wurden, begrüßte er. Die Finanzierung aber stößt enorm auf bei ihm. Denn allein auf Jachenauer Flur besitze der Freistaat Bayern 15 Kilometer Ufer- und Waldflächen. Doch der „Walchensee-Partner“ wirtschafte aktuell rein gewinnorientiert, „und das über die Bayerischen Staatsforsten“, so Riesch. Anhand der Gewerbesteuerzahlungen an die Gemeinde könne er durchaus abschätzen, welchen Umsatz der Staatsbetrieb mache. Doch die einzige Maßnahme, die die Staatsforsten am Walchensee unternommen hätte, sei die Erhöhung der Mautstraßengebühr gewesen. Angesichts der gewinnorientierten Waldwirtschaft stellte Riesch fest: „Auch Artenschutz ist für die ein Fremdwort.“ Weiter ließ er an den Staatsforsten kein gutes Haar. Denn für die Pflege des Südwestufers gebe es gerade einmal einen Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro an die Gemeinde. „Und jeder weiß doch, dass man damit nicht weit kommt“, sagte er mit Verweis auf die vielen Windbrüche im dortigen Wald. Riesch empfahl: „Wir sollten schauen, dass da Geld reinkommt.“ 1972 sei das Walchensee-Südufer durch den damaligen Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann zum Erholungsgelände erklärt worden. „Und jetzt, lässt der Freistaat alles vergammeln“, ärgerte sich Riesch. Da es für ihn womöglich die letzte Sitzung als Kreisrat sei – abhängig vom Wahlausgang – forderte er den Kreisumweltausschuss auf, seinem Antrag zu folgen. Demzufolge sollte der Ausschuss Landrat Josef Niedermaier dazu verpflichten, den Freistaat in Gesprächen zur anteiligen Kostenübernahme der zwei Walchensee-Ranger-Stellen zu bewegen. Niedermaier brachte den gar nicht zu Abstimmung, da er Riesch ohnehin entgegen kam: „Ich verstehe das ohnehin als Auftrag.“

Wolfgang Krause, der Geschäftsleiter des Landratsamtes, meldete bereits Vollzug: „Die finanzielle Beteiligung des Freistaates ist schon im Dezember diskutiert worden – aber wir haben eine Absage bekommen.“ Die Staatsforsten würden sich außerstande sehen, die Ranger mit zu finanzieren, fasste Krause zusammen. Allerdings erklärte auch er: „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“ Das unterstrich auch Riesch: „Wir müssen dann eben höher ansetzen, das übernehm‘ ich gern“, sagte er. Sein Amtskollege aus Kochel, Vize-Landrat Thomas Holz, kündigte ebenfalls an, bei Innen-Staatssekretär Gerhard Eck vorzusprechen. „Denn wir brauchen da definitiv Hilfe.“ Der Druck auf die Walchenseeregion werde jedenfalls nicht weniger. München wachse jährlich um 30.000 Menschen. „Die brauchen auch Freizeit – fahren aber eben dann nicht nördlich nach München, sondern in den Süden, um sich zu erholen.“ Heuer habe man schon drei Samstage erlebt, „wo wir nicht wussten, wo Anfang und Ende ist“. tka

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