Rilke-Gymnasium: Ickinger Bauausschuss fordert Nachbesserungen

Ostbau abgelehnt, vorerst

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Gleiches Maß für alle fordert Bürgermeisterin Margit Menrad vom Landratsamt ein.

Landkreis – Monatelang bestimmte die Diskussion um den Erweiterungsbau am Gymnasium in Icking das politische Geschehen. Auch wegen der Kostenbeteiligung der Nachbarn. Lösungen gibt es zwar, aber der Bauantrag für den Ostbau fiel nun durch – im Bauausschuss der Gemeinde Icking.

Das Hauptproblem: Der erkannte Verfehlungen des Planers des Landratsamtes gegenüber der Freiflächengestaltungssatzung. 50 Zentimeter erlaubt dieses Regelwerk, erst im März dieses Jahres hat es der Gemeinderat in Kraft gesetzt, „eben um Abgrabungen zu verhindern, die immer öfter beantragt wurden“, wie Bürgermeisterin Margit Menrad (UBI) informierte. Nun will ausgerechnet der Landkreis die zulässige Maximalabgrabung um ein Vielfaches überbieten: 2,50 Meter soll der Eingriff in den Hang nahe dem Kunstbau erfolgen, zudem eine 4,30 Meter hohe Stützmauer eingezogen werden. Menrad und der Bauausschuss waren sich da einig, dass es keine Ausnahme von der Regel geben könne, „wenn wir sonst auch jeden Bauantrag so bewerten“. Jüngst übrigens geschehen bei der neu geplanten gemeindeeigenen Kinderkrippe. „Auch hier musste der Architekt wegen der Abgrabungen umplanen.“ Doch damit nicht genug. Dem Gremium missfiel auch die Stellplatzsituation. Denn von den 56 dargestellten Stellplätzen werden vier auf öffentlichem Grund nachgewiesen, weitere elf genau dort, wo die Schulcontainer stehen. „Und das tun sie noch eine ganze Weile“, wie Menrad sagte. Sorgen bereitete ferner der Umstand, dass die Stellplätze eine Breite von 2,30 Meter haben, die Freiflächengestaltungssatzung aber 2,50 Meter fordert. Wegen den Abgrabungen, der Stellplatzsituation und der Befürchtung, dass wertvolle Flächen für eine Erweiterung im Zuge eines Ganztagsschulbetriebs mit der derzeitigen Planung verloren gingen (Vigdis Nipperdey, Ickinger Initiative, führte dieses Argument an), ließ nochmals Zweifel am Standort des Ostbaus aufkommen. Regelmäßig wies auch Menrad als Kreisrätin der Freien Wähler schon in den Kreisgremien auf dieses Manko hin. Am Montag befasst sich dann der Gemeinderat mit dem Thema (Beginn der Sitzung 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses). Bis dahin will die Kreisbehörde nachgebesserte Pläne vorlegen. Menrad: „Wir wollen den Bau nicht verzögern.“ Doch wolle man eben, dass Ortssatzungen eingehalten werden. Denn genau dazu würde auch die Gemeinde durch die Kreisbehörde immer wieder gedrängt.  

tka

KOMMENTAR

Gleiches Maß für alle 

Nachsitzen muss die Kreisbehörde und ihr Architekt: Denn die eingereichten Planungen zum neuen Ostbau des Rilke-Gymnasiums Icking enthalten schlicht zu viele Mängel. Mängel, die das Landratsamt bei jedem simplen Bauantrag eines Einfamilienhauses nicht durchgehen lassen würde. Genau deshalb hat sich Icking ja eine Freiflächensatzung gegeben, um eben Klarheit zu schaffen. Und diese Satzung muss für alle gelten. Oder wie es Bürgermeisterin Margit Menrad treffend formuliert: „Bei uns ist keiner gleicher.“ Folgerichtig die Entscheidung des Bauausschusses. Und ein Signal an den Landkreis, nicht ganz gegen das Projekt zu sein: Denn schon am kommenden Montag berät der Gemeinderat nun nochmals das Thema Ostbau. Bis dahin sollen die geforderten Nachbesserungen in die Pläne eingearbeitet sein. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Denn 2,50 Meter tiefe Abgrabungen (bei erlaubten 0,50 Metern) und 15 falsch oder unzulänglich nachgewiesene Stellplätze (von nötigen 56) sind kein Pappenstiel.  Thomas Kapfer-Arrington

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