Sport und die Berge waren sein Leben

SC Rot-Weiß Bad Tölz verliert mit Max Sterflinger seinen Ehrenpräsidenten

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Angehörige, Freunde und viele weitere Tölzer trauern um Max Sterflinger (Symbolfoto)

Bad Tölz – Weit über 1.000 Bürgern aus Bad Tölz und dem Umland dürfte Max Sterflinger ein Begriff gewesen sein. Hat er ihnen doch in seiner Fahrschule das Einmaleins des Autofahrens beigebracht. Nach langer Leidenszeit schloss der 85-Jährige jüngst seine Augen für immer. „Er hat einfach nicht mehr mögen. Alles was er in seinem Leben gerne getan hat, ging zuletzt nicht mehr“, sagt seine trauernde Witwe Hilde.

Auch wenn Max Sterflinger letztlich allem Anschein nach dem Corona-Virus erlegen ist, seine langjährigen Leiden, die seinen unbändigen Bewegungsdrang mehr und mehr einschränkten, sind auf einen Motorrad-Unfall von vor 30 Jahren zurückzuführen. An seinem „offenen Fuß“ musste zuletzt täglich der Verband gewechselt werden. Seine geliebten Wanderausflüge in die Berge, die vielen Motorrad-Touren, seine Leidenschaft fürs Skifahren, all das ging nicht mehr. „Er war zuletzt froh, wenn er es zu Fuß noch von seiner Wohnung bis zur Röckl-Kapelle hinauf geschafft hat“, berichtet seine Gattin. Als er wegen seines schlechten Allgemeinzustands ins Krankenhaus gekommen war, verzichtete er bewusst auf weitere lebenserhaltende Maßnahmen, wurde wieder nach Hause gebracht und konnte dort friedlich einschlafen.

Max Sterflinger (1935 -2020).

Bohrwerk-Dreher hatte der gebürtige Münchner gelernt, ehe er zum Fahrlehrer umschulte. 1959 heiratete er seine Hilde und noch im selben Jahr zog die Familie dann nach Bad Tölz. Beim ehemaligen Stadtrat Ernst Thissen fing der Verstorbene dann 1963 als Fahrlehrer an und 1966 übernahm er von Heinz Priel dessen Fahrschule. Nur drei Jahre später zog er mit seinem Betrieb in das Anwesen Am Bache um, wo er über mehrere Jahrzehnte junge Menschen zum Autofahrer ausbildete.

Relativ wilde und unruhige Zeiten hatte der Tölzer Fußballverein SC Rot-Weiß hinter sich gebracht, als 1984 Max Sterflinger dort den Vorsitz übernahm. In seiner siebenjährigen Amtszeit schaffte es der Fahrlehrer mit seiner ausgleichenden Art in dem Traditionsverein neue Strukturen zu etablieren. Vor allem intensivierte er die Nachwuchsarbeit so nachhaltig, dass die rot-weiße Jugend-Abteilung bald als ein Musterbeispiel für eine zukunftsweisende Nachwuchsarbeit in der Region galt. Nach seinem Rücktritt von der Vereinsführung 1991 wurde der Verschiedene wenig später für seine Verdienste zum Ehren-Vorsitzenden des Vereins ernannt.

Neben seiner Gattin hinterlässt Max Sterflinger zwei Töchter, vier Enkelkinder und zwei Urenkel. Wegen der derzeitigen Corona-Beschränkungen wird sein Leichnam zwar eingeäschert, die Urnen-Beisetzung wird aber zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. „Wenn das alles vorbei ist, dann gibt’s, wie man in Bayern sagt, a gscheide Leich‘. Ganz im Sinne vom Max, “ versichert Hilde Sterflinger. ejs

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