Musikalische Hilfe für Demenzkranke

Rotary Club freut sich über gut besuchtes Benefizkonzert in der Loisachhalle

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Begeisterten die Zuhörer: Der niederländische Dirigent Bastiaan Blomhert und die Kammermusiker des Bundespolizeiorchesters München.

Wolfratshausen – Rund 19 Prozent der Patienten in der Kreisklinik leiden an Demenzerkrankungen. Um ihre Behandlung zu verbessern, veranstaltete der Rotary Club Wolfratshausen Isartal nun ein klassisches Harmoniemusik-Konzert mit prominenter Besetzung.

Im Sommer machte der renommierte Dirigent Bastiaan Blomhert dem Rotary Club Wolfratshausen Isartal ein unwiderstehliches Angebot. Er versprach, zusammen mit dem Kammerorchester des Bundespolizeiorchesters München unentgeltlich in der Loisachhalle aufzutreten. Der Erlös des rund dreistündigen Konzertabends, der auch dank der Finanzierungsgrundlage von Dr. Hans-Wolfgang Tyczka stattfinden konnte, ging an die Demenzabteilung der Kreisklinik.

Bevor das elfköpfige Orchester Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Strauss Jr., Antonin Dvorak und Juriaan Andriessen zum Besten gab, erinnerte Moderator Dr. Stefan Schmidbauer an die wachsende Bedeutung von Demenzerkrankungen. So sind in Deutschland derzeit etwa 1,6 Millionen Menschen unmittelbar betroffen – Tendenz steigend. Hinzu kommen die Belastungen für Angehörige und Pflegepersonal. „Die Unruhe eines einzelnen Patienten kann eine Krankenschwester, die sich noch um 25 andere Kranke zu kümmern hat, eine ganze Nacht beanspruchen“, erklärte Schmidbauer. Vor neun Jahren gründete er deshalb an der Kreisklinik Wolfratshausen die Projektgruppe „Demenz im Akutkrankenhaus“. „Ziel war es, mehr Kompetenz im medizinischen Handeln durch erweitertes Wissen zu erwerben und mehr Sicherheit im Umgang mit Patienten zu erreichen. Das Betreuungsangebot muss ständig erweitert werden“, fordert der Demenzexperte. Dank Fördermitteln und der Unterstützung des Vereins Freunde der Kreisklinik Wolfratshausen konnte auf zwei Stationen jeweils ein Zimmer mit speziellen Merkmalen ausgestattet werden, so zum Beispiel Einrichtungen zur Erinnerungsarbeit, zur Sturzprophylaxe und besseren Orientierung.

In ihren kurzen Grußansprachen begrüßten der Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner, sein Geretsrieder Amtskollege Michael Müller und Landrat Josef Niedermaier den Benefizzweck des Abends.

„Das Thema Gesundheit entwickelt sich permanent weiter: Umso wichtiger ist es, dass auch bei Demenzerkrankungen neue Herausforderungen angenommen werden“, sagte Niedermaier. Müller forderte dazu auf, die Wolfratshauser Kreisklinik nicht nur bei Benefizabenden sondern auch an anderen Tagen zu unterstützen.

Danach lauschten die rund 400 Besucher in der nicht ganz ausverkauften Loisachhalle klassischer Harmoniemusik – ein Genre, das sich im 18. und 19. Jahrhundert vor allem an vornehmen Tafeln oder bei Gartenfesten großer Beliebtheit erfreute. Beginnend bei der Fledermaus-Ouvertüre von Johann Strauss Jr., über die neo-klassischen Klangkollagen des Niederländers Juriaan Andriessen und einer Serenade von Antonin Dvorak bis hin zur Mozarts kraftvoller Symphonie „Gran Partita KV 361“ wurden den Besuchern ein abwechslungsreiches Potpourri geboten. Am Ende gab es donnernden Applaus und Blumen für die virtuosen Musiker des Kammerorchesters sowie für den Dirigenten Bastiaan Blomhert.

Peter Herrmann

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