„Die nötige Balance finden“

Rückblick: Bürgermeister Ingo Mehner bleibt sein emotionaler Wahlsieg in Erinnerung

Angekommen: Seit März 2020 ist Ingo Mehner (CSU) Tölz neuer Bürgermeister.
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Angekommen: Seit März 2020 ist Ingo Mehner (CSU) Tölz neuer Bürgermeister.

Bad Tölz – Zum Jahresende lassen wir die Bürgermeister der drei Landkreis-Städte Bad Tölz, Geretsried und Wolfratshausen zu Wort kommen.

Im Gespräch berichtet der Rathauschef aus Bad Tölz, Ingo Mehner, über die Corona-Pandemie, Silvester und seinen guten Vorsätzen fürs neue Jahr.

Herr Mehner, wenn Sie auf 2020 kommunalpolitisch zurückblicken, was bleibt Ihnen am meisten in Erinnerung und warum?
„Der intensivste Moment für mich war sicherlich der Wahlabend am 15. März. Es gab danach viele wichtige Projekte und auch emotionale Begegnungen. Aber der Abend war einfach überwältigend. So wie auch die zahlreichen Rückmeldungen, die in nur wenigen Stunden eingingen und die ich zum Großteil erst in den Folgetagen alle lesen konnte.“
Was war heuer die größte bauliche oder geplante Herausforderung, die es für ihre Stadt zu stemmen galt?
„Das waren der Kindergarten an der Jahnstraße und das Wohnprojekt der Stadt an der Königsdorfer Straße. Das sind zum einen baulich große Projekte – zum anderen haben sie auch inhaltlich eine große Bedeutung. Wohnraum ist eines der zentralen Themen seit Jahren, mit dem Kindergarten investieren wir in die Zukunft unserer Stadt.“
Apropos Herausforderung: Wie nachhaltig hat Corona Ihre Arbeit und geplante Gemeindeprojekte überhaupt beeinflusst?
„Corona war dominant und hatte Einfluss auf nahezu alle Themen. Nachhaltigkeit bedeutet aber für mich weniger Intensität, als vielmehr welche langfristigen Auswirkungen es hat. Das wird sich erst noch zeigen müssen. Ich hoffe, dass wir nicht nur den Schaden der Krise haben – der steht für mich zweifelsohne fest. Ich hoffe aber auch, dass wir aus dieser Krise lernen. Als Schlagworte will ich nur kurz Regionalität und Digitalisierung nennen. Die Antwort ist aber insgesamt noch viel komplexer.“
Silvester steht vor der Tür, wie feiern Sie persönlich ins neue Jahr hinein?
„Ganz ruhig und privat Zuhause.“
Knallerei und Raketenschüsse zum Jahreswechsel werden mittlerweile überregional und kontrovers diskutiert: Wie wird in Ihrer Stadt dieses Jahr das Thema Feuerwerk an Mitternacht gehandhabt?
„Wir haben schon frühzeitig jedes offizielle, von der Stadt organisierte Feuerwerk abgesagt. Es war klar, dass wir auch an diesem Tag keine Menschenansammlungen provozieren möchten. Aufgrund der ab 21 Uhr geltenden Ausgangssperre und der Tatsache, dass der Verkauf von Pyrotechnik verboten ist, haben wir keine weiteren Regelungen getroffen.“
Gewähren Sie uns ein Blick ins neue Jahr: Welche größeren kommunalen Projekte stehen für 2021 an?
„Es geht weiter mit Kindern und Wohnen. 2021 geht es beispielsweise mit dem Neubau an der Jahnschule weiter. Ebenso soll das Wohnprojekt am Hintersberg vorangehen. Aber eine Stadt wie Bad Tölz hat nicht nur zwei Hauptthemen. Auch Mobilität und Nachhaltigkeit rücken 2021 in den Fokus und noch viele andere Bereiche.“
Haben Sie auch persönlich gute Vorsätze fürs neue Jahr?
„Ich nehme mir vor allem vor, die nötige Balance zu bewahren. Die Balance zwischen den unterschiedlichen Interessen der Bürger, die Balance zwischen Zufriedenheit und Veränderungswillen. Es gäbe noch viele Beispiele.“
Abschließend: Was wünschen Sie zum Jahresende Ihren Bürgern?
„Unabhängig von der jetzigen Situation wünsche ich allen, dass sie gesund bleiben. Manchmal nehmen wir Gesundheit zu selbstverständlich. Und dann wünsche ich allen, dass sie die neue Situation, die wir aktuell vorfinden, mit dem nötigen Maß an Kreativität, Optimismus, Geduld und Erfolg meistern.“

Die Fragen stellte Daniel Wegscheider

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