„Mehr Sport und weniger Süßes“

Rückblick: Bürgermeister Michael Müller lobt den Erfolg zum „Wohnen an der Banater Straße“

Am Amtstisch: Michael Müller (CSU) kümmert sich seit Mai 2014 als Bürgermeister um die Belange von Geretsried.
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Am Amtstisch: Michael Müller (CSU) kümmert sich seit Mai 2014 als Bürgermeister um die Belange von Geretsried.

Geretsried – Zum Jahresende lassen wir die Bürgermeister der drei Landkreis-Städte Bad Tölz, Geretsried und Wolfratshausen zu Wort kommen. Im Gespräch berichtet der Rathauschef aus Geretsried, Michael Müller, über die Corona-Pandemie, Silvester und seine guten Vorsätze fürs neue Jahr.

Herr Müller, wenn Sie auf 2020 kommunalpolitisch zurückblicken, was bleibt Ihnen am meisten in Erinnerung und warum?
„2020 wird in vielerlei Hinsicht in die Geschichtsbücher eingehen aufgrund der Pandemie. Kommunalpolitisch darf man nicht vergessen, dass wir uns in einem Wahljahr befinden. Trotz aller Lockdowns und Einschränkungen steht eben nicht alles still: Gremienarbeit, Unterstützung von Gewerbetreibenden, Kulturschaffenden und Vereinen, Prozesse der Stadtentwicklung oder die Aufrechterhaltung verschiedener Dienstleistungen unserer Stadtverwaltung – all das läuft auch während einer Pandemie weiter, aber unter erschwerten Bedingungen. Und vergessen wir bitte nicht unser Jubiläumsjahr, das bis ins letzte Detail geplant und vorbereitet wurde und dessen Veranstaltungen der Pandemie zum Opfer fielen.“
Was war heuer die größte bauliche oder geplante Herausforderung, die es für ihre Stadt zu stemmen galt?
„Tatsächlich passiert in Geretsried derart viel, dass es schwierig ist, eine Maßnahme besonders hervorzuheben. Im Bereich Kinderbetreuung haben wir einen Kindergarten neu errichtet und umgezogen und auch zwei neue Mittagsbetreuungen an den Grundschulstandorten gebaut. Die Arbeiten am Heinz-Schneider-Eisstadion und am ersten Teil des neuen Stadtzentrums sind nahezu abgeschlossen. Auch das neue interkommunale Hallenbad ist trotz des Brandes vor einigen Wochen auf der Zielgeraden. Eine große Bedeutung für die Stadt fällt auch dem Vorhaben „Wohnen an der Banater Straße“ zu, das kommunalpolitisch auf den Weg gebracht wurde. Es wird dringend benötigten und vor allem bezahlbaren Wohnraum für unsere Bürger schaffen.“
Wie nachhaltig hat die Corona-Situation ihre Arbeit und geplante Gemeindeprojekte überhaupt beeinflusst?
„Die Pandemie hat Einfluss auf jeden Lebensbereich, das lässt sich ohne Übertreibung sagen. In Bezug auf das tägliche Arbeiten bedeutet das: der persönliche Kontakt ist weniger geworden und Telefonate und Videokonferenzen haben deutlich zugenommen. Das macht Gespräche einerseits unpersönlicher und schwieriger, andererseits führt es aber dazu, dass Prozesse wie die Digitalisierung schneller und konsequenter vorangetrieben werden. Wie nachhaltig diese Entwicklung sein wird, muss die Zeit nach der Pandemie zeigen. Meiner persönlichen Meinung nach wird es künftig auf eine Mischung hinauslaufen, die die Vorteile beider Modelle nutzt und die Nachteile möglichst umgeht.“
Was bedeutet das nun konkret für den Zeitplan von geplanten Projekten?
„In Bezug auf unsere laufenden Projekte hat die Pandemie in erster Linie die Rahmenbedingungen verändert: nahezu alle Bauvorhaben verzögern sich. Die Gründe dafür sind äußerst vielfältig und in den allermeisten Fällen von uns kaum zu beeinflussen. Auch die Finanzsituation ist sicherlich angespannter als zuvor. Man darf nicht vergessen: wir haben als Kommune eine Vielzahl an Aufgaben, ob nun Pflichtaufgaben oder freiwillige Leistungen. Beides ist für unsere Stadt bedeutsam. Faktisch wird es vielmehr darum gehen, den Zeithorizont für einzelne Projekt an mancher Stelle anzupassen. Das wird Aufgabe des Stadtrates sein, wenn er sich Anfang 2021 mit dem Haushalts-Entwurf beschäftigt. Dem kann ich heute noch nicht vorgreifen.“
Silvester steht vor der Tür, wie feiern sie persönlich ins neue Jahr hinein?
„Die Einschränkungen und Regeln von Bundes- und Staatsregierung gelten natürlich auch für uns: von daher wird dieses Silvester anders sein als in den Vorjahren. Wir werden das Jahr zu Hause ausklingen lassen und auf ein Neues anstoßen, in dem wir alle hoffentlich wieder ein Stück weit mehr Normalität erleben dürfen.“
Knallerei und Raketenschüsse zum Jahreswechsel werden mittlerweile überregional und kontrovers diskutiert: Wie wird in ihrer Stadt dieses Jahr das Thema Feuerwerk an Mitternacht gehandhabt?
„Auch hier sind die Regelungen mittlerweile sehr klar formuliert: die jüngste Bayerische Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung vom 15. Dezember untersagt zum einen den Verkauf von Feuerwerkskörpern, zum anderen deren Nutzung im öffentlichen Raum. Hinzukommt die ohnehin landesweit geltende nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Das Abfeuern von Feuerwerkskörpern ist damit eher nicht gemeint. Wird dem zuwidergehandelt, wertet die Verordnung dies als Ordnungswidrigkeit, die im Zweifel von der Polizei geahndet wird. So sehr es den ein oder anderen schmerzen mag, fürchte ich, müssen Knallerei und Feuerwerk in diesem Jahr auch in Geretsried zurückstehen.“
Haben Sie auch persönlich gute Vorsätze fürs neue Jahr?
„Auf meiner Liste steht seit Jahren „Mehr Sport und weniger Süßes“ – das bleibt auch dieses Jahr so. Nein, ich denke vielmehr, dass unser aller Vorsatz sein sollte, positiv zu bleiben und hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. Das wünsche ich mir auch für unsere Bürgerinnen und Bürger. Besonders in Zeiten wie diesen, braucht es dieses Stück weit mehr an Durchhaltevermögen. Mit dem angekündigten Impfstoff haben wir den Hoffnungsschimmer vor Augen. Daher muss es jetzt heißen: gesund bleiben. Ich freue mich sehr darauf, wenn wir uns im neuen Jahr wieder so begegnen dürfen, wie wir alle uns das wünschen.“

Die Fragen stellte Daniel Wegscheider

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