„Mehr Zeit für Freunde und Familie“

Rückblick: Bürgermeister Klaus Heilinglechner über eine kräfteraubende Stichwahl und Schulsanierungen

Klaus Heilinglechner (BVW) ist seit Mai 2014 Rathauschef in Wolfratshausen.
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Klaus Heilinglechner (BVW) ist seit Mai 2014 Rathauschef in Wolfratshausen.

Wolfratshausen – Zum Jahresende lassen wir die Bürgermeister der drei Landkreis-Städte Bad Tölz, Geretsried und Wolfratshausen zu Wort kommen. Im Gespräch berichtet der Rathauschef aus Wolfratshausen, Klaus Heilinglechner, über die Corona-Pandemie, Silvester und gute Vorsätze fürs neue Jahr.

Herr Heilinglechner, wenn Sie auf 2020 kommunalpolitisch zurückblicken, was bleibt Ihnen am meisten in Erinnerung und warum?
„Das Jahr 2020 war ein sehr herausforderndes, anspruchsvolles Jahr. Anfang des Jahres hat der Kommunalwahlkampf die Kräfte stark beansprucht. Dann musste die Stichwahl bereits im Lockdown geregelt werden und eine Flut an Informationen sollten verarbeitet werden. Notfallplan für das Rathaus, Hygienerichtlinien umsetzen und Informationen für die Bürgerinnen und Bürger weitergeben. Alles in Allen ein Jahr, welches in die Geschichte eingeht und uns und die Welt nachhaltig verändern wird.“
Was war heuer die größte bauliche oder geplante Herausforderung, die es für ihre Stadt zu stemmen galt?
„Die Stadt Wolfratshausen plant die Sanierung und den Neubau der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg. Ein Projekt in einer Kosten-Dimension, die in der Wolfratshauser Stadtpolitik bislang noch nie beschlossen wurde. Die zu erwartenden niedrigeren Steuereinnahmen, aufgrund der Corona-Pandemie, machen die Entscheidung für den Wolfratshauser Stadtrat noch schwieriger. Dieses Projekt wird uns sicherlich noch über mehrere Jahre begleiten.“
Apropos Herausforderung: Wie nachhaltig hat die Corona-Situation ihre Arbeit und geplante Gemeindeprojekte überhaupt beeinflusst?
„Alle Investitionen im städtischen Haushalt wurden aufgrund der zu erwartenden negativen Steuereinnahmen nochmal genauer auf den Prüfstand gestellt. Ziel muss aber sein, dass kein Stillstand in Bezug auf wichtige Investitionen entstehen darf. Unsere Geschäfte in der Innenstadt müssen nachhaltig unterstützt werden, den Bürgerinnen und Bürgern muss das deutliche Zeichen gesendet werden, dass sich die Welt auch nach Corona weiterdreht.“
Silvester steht vor der Tür, wie feiern sie persönlich ins neue Jahr hinein?
„Ich werde im kleinen Kreis der Familie feiern. Da ich kein großer Freund von Feuerwerkskörpern bin, kann ich sehr leicht auf das übliche Silvester Feuerwerk verzichten.“
Knallerei und Raketenschüsse zum Jahreswechsel werden mittlerweile kontrovers diskutiert: Wie wird in ihrer Stadt dieses Jahr das Thema Feuerwerk an Mitternacht gehandhabt?
„Es besteht schon seit vielen Jahren für bestimmte Bereiche in der Innenstadt ein Feuerwerksverbot. Durch die nächtliche Ausgangssperre haben sich weitere Sperrungen von Plätzen in der Stadt erübrigt. Wichtig ist, dass wir unsere Krankenhäuser im Landkreis für die Corona Patienten freihalten und keine zusätzlich durch Feuerwerkskörper verletzte Personen dazu kommen.“
Gewähren Sie uns ein Blick ins neue Jahr: Welche größeren kommunalen Projekte stehen für 2021 an?
„Auch 2021 wird uns das Schulprojekt weiter begleiten. Ich freue mich zudem auf die Entwürfe durch das beauftragte Planungsbüro zur Umgestaltung der Marktstraße, die wir in einem Bürgerbeteiligungsprozess 2019 angestoßen haben.“
Haben Sie auch persönlich gute Vorsätze fürs neue Jahr?
„Mit den Vorsätzen ist es immer so eine Sache! Ich möchte mir aber auf jeden Fall mehr Zeit für Freunde und Familie nehmen.“
Abschließend: Was wünschen Sie zum Jahresende ihren Bürgern?
„Ich wünsche den Bürgerinnen und Bürgern, dass Sie gesund bleiben und den Blick nach vorne richten. Bewahren wir uns unsere Lebensfreude und blicken wir zuversichtlich auf das neue Jahr 2021.“

Die Fragen stellte Daniel Wegscheider

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