Runder Tisch zur S7-Trasse mit Verkehrsminister Herrmann

Ein Gleis tieferlegen

+
Eingleisig statt zweigleisig: So könnte die S7 womöglich doch noch tiefer gelegt werden.

München/Wolfratshausen – Eine Tieferlegung der S-Bahntrasse an der Sauerlacher Straße im Zuge der S7-Verlängerung könnte womöglich dann erfolgen, wenn sich die beteiligten Kommunen finanziell spürbar daran beteiligen. Planungen für eine eingleisige Tieferlegung der Trasse werden nun in Auftrag gegeben. 

Das ist das Ergebnis des Runden Tisches mit Verkehrsminister Joachim Herrmann in dessen Ministerium am Mittwochabend. 

Von einem „sehr guten Gedankenaustausch“ sprach CSU-Stimmkreisabgeordneter Martin Bachhuber. Der war nicht ganz unbeteiligt an dem Runden Tisch, hatte er im August vergangenen Jahres doch Ministerpräsident Horst Seehofer nach Wolfratshausen eingeladen, auch um Stellung zur S7-Verlängerung zu beziehen. Seehofer hatte daraufhin einen Runden Tisch angekündigt, der eben nun stattfand. 2,5 Stunden diskutierte Herrmann mit Bachhuber, Landrat Josef Niedermaier sowie den ersten und zweiten Bürgermeistern aus Wolfratshausen (Helmut Forster und Peter Plößl) sowie Geretsried (Cornelia Irmer und Gerhard Meinl) über eine Möglichkeit, eine für Wolfratshausen verträgliche Lösung herbei zu führen. Und ein wesentlicher Schritt dazu scheint nun getan. Demnach könnte die S7-Trasse eingleisig tiefer gelegt werden. Bislang gingen die Bahnplaner von zwei Gleisen aus. Das Industriegleis indes soll oberirdisch verlaufen.

„Mit dieser Lösung könnte auch Wolfratshausen leben“, fasste Bachhuber die Positionen von Bürgermeister Forster und seinem Vize zusammen. Abstand genommen habe man von der Gärtner-Planung: die Bahntrasse gut drei Meter über bestehendem Geländeniveau würde bei der Bevölkerung keine Zustimmung finden, so die einhellige Meinung der Runde. Bachhuber dazu: „Mit dem Lärmschutz hätte Wolfratshausen dann eine regelrechte Mauer in der Stadt.“ Bleibt die Frage der Finanzierbarkeit einer eingleisigen S7-Tieferlegung im Bereich der Sauerlacher Straße. Hier sei für Bachhuber verstärkt der Freistaat gefragt, „zumal er auch der Träger der Straße ist“. Der Staat müsse sich so einbringen, dass die Kommunen – Wolf-ratshausen, Geretsried und der Landkreis – ihren Anteil stemmen könnten. „Über Summen wurde aber noch nicht diskutiert“, so Bachhuber. Denn noch sei die Höhe der Kosten unbekannt. Die ermitteln nun die Bahnplaner, was zwei bis drei Monate dauern kann. Dann soll eine weitere Gesprächsrunde stattfinden. Bis dahin läuft das Planfeststellungsverfahren für die höhengleiche Trasse weiter. Wobei Bachhuber erklärte: „Notfalls muss es dazu eben eine Tektur geben.“ tka

Auch interessant

Kommentare