Berührend schöne Sterbelieder

Sägebrecht, Brustmann und Arnold sorgen für emotionale Höhepunkte im Geltinger Hinterhalt

(v.l.) Josef Brustmann, Andreas Arnold und Marianne Sägebrecht.
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Harmonierten perfekt: (v.l.) Josef Brustmann, Andreas Arnold und Marianne Sägebrecht.
  • VonPeter Herrmann
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Geretsried/Gelting – Dass die musikalische und literarische Auseinandersetzung mit dem Tod sehr unterhaltsam sein kann, bewiesen Schauspielerin Marianne Sägebrecht, Musikkabarettist Josef Brustmann und Musiker Andreas Arnold jüngst im Rahmen der PiPaPo-Kulturtage.

Ihre „Sterbelieder fürs Leben“ wirkten beim Publikum in der Kulturbühne Hinterhalt lange nach. In seiner Grußansprache zitierte der pensionierte Deutschlehrer Dieter Klug den in Paris begrabenen Dichter Heinrich Heine: „Im traurigen Monat November war’s, die Tage wurden trüber, der Wind riss von den Bäumen das Laub, da reist’ ich nach Deutschland hinüber“.

Eine passende Steilvorlage für Marianne Sägebrecht, Josef Brustmann und Andreas Arnold: Denn das Trio verarbeitete in seinem rund anderthalbstündigen Programm Texte von Schriftstellern wie Heinrich Heine, Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff, Georg Trakl, Rainer-Maria Rilke, Hermann Hesse, Bertolt Brecht, Erich Kästner, Joachim Ringelnatz, Robert Gernhardt und Hanns Dieter Hüsch.

„Sounds of Silence“ in Zither-Version

Doch nicht nur das: Josef Brustmann sang auch Eigenkompositionen und ließ seine Gedichte von Marianne Sägebrecht vorlesen. Dazu passten die berührenden Klänge von Andreas Arnold, der erneut sein außergewöhnliches Können am Saxofon, Querflöte und Klarinette bewies.

Zwischendurch erzählte Josef Brustmann von einer Zeit, in der für reiche Verstorbene noch die großen Kirchenglocken läuteten, während die Armen nach ihrem Tod in Säcke gestopft und auf Brettern ins Grab heruntergelassen wurden.

Am Ende gab es eine berührende Zither-Version des Simon-&-Garfunkel-Welthits „Sounds of Silence“ und als Zugabe das von Sägebrecht und Brustmann gesungene Duett „Es waren zwei Königskinder“. Als der laute Abschlussapplaus verhallt war, warb Marianne Sägebrecht für die Hospizbewegung.

Die 76-Jährige besucht selbst regelmäßig ein Münchner Hospiz, um dort vorzulesen. „Sich bewusst mit dem Sterben auseinanderzusetzen, eröffnet einen ganz neuen Blick auf das Leben: Da werden unsere eigenen Probleme ganz klein“, erklärte sie.

Peter Herrmann

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