Abbruch und Neubau

Sanierung der Tölzer Hütte am Schafreuter kostet rund 1,5 Millionen Euro: Baubeginn Ende Mai

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Die fast 100 Jahre alte Tölzer Hütte am Schafreuter wird heuer für 1,5 Millionen Euro saniert, um für kommende Saison gerüstet zu sein. Foto: bo

Bad Tölz – Der Tölzer Alpenvereinssektion steht eine große Aufgabe bevor, die sie mit große Zuversicht anpacken wollen. Heuer im Sommer soll eine umfassende Sanierung der fast100 Jahre alten Tölzer Hütte auf dem Schafreuter vorgenommen werden. Finanzieller Aufwand: von 1,5 Millionen Euro. Los gehen mit den Baumaßnahmen soll es im Mai. Eigentlich war diese Baustelle auf 1.800 Metern schon im vergangenen Jahr geplant.

Doch wie immer geht es bei den notwendigen Baugenehmigungen - zumal im Naturschutzgebiet Karwendel – nicht so schnell, wie man sich das vorgestellt hatte. Deshalb verschob man die Sanierung, die keine wesentliche Vergrößerung der Hütte oder gar eine „Luxussanierung“ beinhaltet, auf heuer. Das wurde jüngst beim Pressegesprächs in den Räumen der Tölzer Sektion in der Marktstraße mitgeteilt.

Wie Hüttenreferent Max Nichtl dabei mitteilte, soll der Eingangsbereich der markanten Schutzhütte neu gestaltet werden. Damit einher geht, dass der hölzerne Anbau auf der Westseite abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wird. Dies ist erforderlich, weil es unter dem Anbau aufgrund der Regenwasserableitung schon vor einigen Jahren zu einem Hangrutsch kam. Nunmehr werden von einer Österreichischen Spezialfirma ab Mai Stahlrohre in den Untergrund gebohrt, mit denen dann das neue Beton-Fundament befestigt wird. Der Anbau wird etwas größer als bisher, da man durch den neuen Eingang und einen neuen Trockenraum Gastplätze verliert. Auch auf der Hangseite wird der bisherige Küchenanbau etwas größer, damit man im Inneren Platz für die Theke und die Speiseausgabe gewinnt. Ansonsten bleiben die 70 Schlafplätze erhalten, es werden auch keine Duschen oder ähnliches neu eingebaut, allein schon, weil die Quelle am Schafreuter, die die Hütte mit Wasser versorgt, das gar nicht hergeben würde. Schon jetzt muss man noch längsten Trockenperioden mit dem Wasser am Berg haushalten, wie Nichtl erklärt.

Die Bauarbeiten werden vorwiegend an einheimische Firmen vergeben, die sich bewusst sind, dass die Baustelle auf der Tölzer Hütte ganz anders ist als eine im Tal. Zur Hütte gibt es nämlich nur eine Materialseilbahn, die maximal 350 Kilo aufnehmen kann, aber nicht für den Transport von Menschen zugelassen ist. Es gibt auch keinen Fahrweg, so dass schwere Lasten mit dem Helikopter auf den Berg geflogen werden müssen - der teuerste Part der anstehenden Bauarbeiten, wie Planer Wolfgang Buchner vom beauftragten Ingenieur-Büro erklärt. Dort hofft man ab Mai auf gutes Wetter, mit die Abbruch- und Gründungsarbeiten möglichst schnell über die Bühne gehen können. Auch sämtliche Fenster an der Hütte werden erneuert. Im Jahr 2021 soll dann der restliche Innenausbau erfolgen, dann wird auch ein neuer Wirt auf die Hütte kommen, die heuer während der Bauphase nicht geöffnet und nicht bewirtschaftet ist. Lediglich die bis zu zehn Handwerker, die laut Buchner maximal vor Ort sein werden, müssen aus dem Tal mit Essen und Trinken versorgt werden. Die Bauarbeiter und Handwerker müssen dabei jeden Montag den mindestens eineinhalbstündigen Aufstieg über den normalen Steig in Kauf nehmen, vermutlich ab Freitag erfolgt dann für das bevorstehende Wochenende zuhause wiederum zu Fuß der Abstieg. „Dies ist aber für die beauftragten Firmen kein Problem“, so Nichtl, „die wissen alle, was sie erwartet und freuen sich drauf.“

Weit weniger Freude bereitet den Verantwortlichen die notwendige Finanzierung der Baukosten. Hier rechnet man mit einem Zuschuss des Deutschen Alpenvereins und einem Darlehen, das man aber, so Karl Neumann-Henneberg vom Finanzierungsausschuss des Vereins möglichst bald mit den Einnahmen der Hüttenverpachtung und der Übernachtungen zurückzahlen will. Schließlich sollen wegen der Hüttensanierung die anderen Projekte des 7.400 Mitglieder starken gemeinnützigen Vereins nicht zu kurz kommen, wie Nachwuchsförderung und Wegbetreuung.bo

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Finanzielle Unterstützung für die Tölzer Sektion: Sparkasse (DE25 7005 4306 0011 1115 80) und der Raiffeisenbank (DE70 7016 9598 0001 1193 54).

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