Schaden beläuft sich derzeit auf 133.000 Euro

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THOMAS KAPFER-ARRINGTON, Bad Tölz - „Noch nicht abschließend bewertet“ ist die so genannnte Quecksilber-Affäre an der Tölzer Realschule seitens des Bayerischen Kultusministeriums. Damit steht nach wie vor nicht fest, ob, und wenn, wie, der ehemalige Rektor Ubbo Minks noch in Haftung genommen oder anderweitig belangt werden kann. Wie Das Gelbe Blatt am 14. November 2009 berichtete, trat an der Realschule zwei jahre lang Quecksilber aus, obwohl die Schulleitung darüber informiert war. Maßnahmen zu einer Sanierung der von dem Schwermetall belasteten Räume wurden nicht eingeleitet. Anfang Dezember hatte Minks im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen, dem Sachaufwandsträger der Realschule, eine Stellungnahme abgegeben. Gegenüber unserer Zeitung hatte er zuvor angegeben, er könne sich nur an ein heruntergefallenes Thermometer erinnern. Tatsächlich fand sich bereits 2007 eine ganze Flasche mit Quecksilber in einem Physik-Vorbereitungsraum. Das Problem: Das Kunststoff-Behältnis war bereits porös, Quecksilber trat aus. Ein Protokoll eines Lehrers, in dem auf diese Kontamination und den sich daraus ergebenden Sanierungsbedarf hingewiesen wird, lag Minks all die Jahre vor. Das Ausmaß des Vorfalls brachte die vom Landratsamt eingeleitete Sanierung ans Licht. Sogar unter den Teppichleisten fand sich das Schwermetall. Das Landratsamt hat die Stellungnahme von Minks inzwischen ans Kultusministerium weitergeleitet. „Die vorliegenden Stellungnahmen werden noch geprüft“, heißt es seitens des Ministeriums. Insbesondere gelte es zu klären, „ob die Ursache eindeutig einem konkreten Ereignis von Anfang Juli 2007 und dem möglicherweise pflichtwidrigen Verhalten einer konkreten Person zugerechnet werden muss“, so eine Ministeriumssprecherin. Im Raum steht aber auch die Option, dass mehrere „zeitlich nicht mehr konkretisierbare Ursachen oder auch verschiedene Personen zusammenspielten“. Ein zuverlässiger Abschluss der Prüfung könne noch nicht vorhergesagt werden. Das bestätigt so auch Landrat Josef Niedermaier. Er wartet bislang auf ein Treffen, das seitens des Ministeriums erwünscht war. „Der Sachbearbeiter war noch nicht zum Abgleich des Sachverhaltes in unserer Behörde“, erklärte Niedermaier am vergangenen Donnerstag. Inzwischen sind die Räumlichkeiten an der Realschule wieder saniert. Derzeit ist von einem hohen Schadensausmaß auszugehen: Am Hauptamt des Landratsamts - es zeichnet für die Schulen im Landkreis verantwortlich - rechnet man derzeit mit Kosten in Höhe von rund 133.000 Euro – inklusive neuem Mobiliar und Lehrmittel.

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