Kleine Besetzung – großer Klang

Schäftlarner Konzerte geben eine Vorschau auf Saison

Michael Forster (von links), Anja Brandstätter, Christian Schenk und Susanne Rieder.
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Das Team der Schäftlarner Konzerte stellte das neue Programm vor: Michael Forster (von links), Anja Brandstätter, Christian Schenk und Susanne Rieder.

Schäftlarn – Normalerweise treten bei den Schäftlarner Konzerten bis zu 35 Musiker auf, die dann so eng wie die Heringe sitzen. Zumindest wenn die großen Sinfonien auf dem Programm stehen, davon weiß Michael Forster zu berichten.

Trotzdem freut sich der musikalische Leiter ganz besonders auf diese Saison, denn so stehen einmal ganz andere Kompositionen auf den Spielplan als sonst. „Es gibt so viele Werke, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gespielt werden oder völlig zu Unrecht vernachlässigt sind“, so Forster bei der Vorstellung der fünf Konzerte, die jeweils in zwei aufeinanderfolgenden Aufführungen um 17 Uhr und um 19.30 Uhr in der Klosterkirche Schäftlarn stattfinden werden. Zum bewährten Hygienekonzept gehört, dass im Kirchenschiff pro Bank nur zwei Besucher mit personalisierten Karten sitzen dürfen und pro Konzert maximal 120 Personen zugelassen sind.

Kleine musikalische Besetzung

Zum Auftakt am 8. Mai spielt das Orchester Werke von Bach, darunter die berühmten Brandenburgischen Konzerte. „Wagner privat: Ständchen im Flur“ heißt das Konzert am 12. Juni. Richard Wagner schrieb das „Siegfried-Idyll“ für seine Frau als Erinnerung an die Geburt ihres ersten Sohnes. Die musikalische Besetzung musste ganz klein sein, denn es wurde auf der engen Treppe vor dem Wöchnerinnenzimmer uraufgeführt. Schubert hat ein Oktett in F-Dur komponiert, das so gut wie nie gespielt wird. Denn mit seiner enormen Länge von fast einer Stunde sprengt es die übliche Konzertzusammenstellung. Schade, denn es zählt zu den schönsten Werken der Bläserkammermusik und ist in Schäftlarn am 3. Juli zu hören. Mieczyslaw Karlowicz wäre heute einer der großen polnischen Komponisten, wäre er nicht durch ein Lawinenunglück mit nur 33 Jahren gestorben. Am 18. September gibt es eine seiner Streicherserenaden, gefolgt von einer Premiere in der Klosterkirche: erstmals erklingt ein Saxophon­konzert in den ehrwürdigen Mauern. Mozart und Brahms bilden den Abschluss der Saison – mal ganz ohne die beliebten Geigen, was in der Klassik geradezu unerhört ist. „Violinen? Es geht auch ohne!“ heißt das treffende Motto am 16. Oktober. Und einmal mehr konzertieren die Spitzenmusiker des Bayerischen Staatsorchesters, der Münchner Philharmoniker und des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.

„Wir sehen der Saison zuversichtlich entgegen, auch wenn sich die Rahmenbedingungen bis zum ersten Konzert noch mehrfach ändern können“, so Susanne Rieder. Was die Vorsitzende des Fördervereins der Schäftlarner Konzerte ganz besonders freut, ist die Treue des Publikums in der Krise: „Kein einziger hat sein Abonnement zurückgegeben und viele haben den Verein unterstützt, indem sie die Eintrittsgelder der ausgefallenen Konzerte gespendet haben.“

Susanne Hauck

Kartenbestellungen sind per E-Mail an kontakt@schaeftlarner-konzerte.de möglich. Genaue Programminfos gibt es online auf www.schaeftlarner-konzerte.de. 

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