Schläge auf dem Spielplatz

32-jähriger Wolfratshauser verprügelt 17-jährigen Schüler

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Richterin Friederike Kirschstein-Freund konnte den Antrag der Staatsanwaltschaft zwar nachvollziehen, entschied sich für eine einjährige Bewährungsstrafe.

Wolfratshausen – Gleich mehrere Male wurde eine vorsätzliche Körperverletzung und eine Sachbeschädigung, zu denen es am 30. Juni 2018 auf einem Spielplatz kam, am Amtsgericht behandelt. Denn der Täter sagte im März 2019 als Zeuge aus und gestand dabei selbst die Taten. Fast ein Jahr später konnte der Fall endgültig zu den Akten gelegt werden.

In der letzten Verhandlung erneuerte der Angeklagte sein Geständnis. Demnach habe er am 30. Juni 2018 zunächst bei einem Sommerfest reichlich Bier getrunken, sich dann in einer Wolfratshauser Tankstelle mit weiteren Halben eingedeckt und danach gegen 22 Uhr auf einem Spielplatz nach einem Bekannten gesucht. Dort traf er auf eine Gruppe Jugendlicher und erhielt von einem damals 17-jährigen Schüler prompt eine Antwort, wo sich der Vermisste aufhalten könnte.

Diese Vermutung stellte sich jedoch als falsch heraus, sodass der Angeklagte nach etwa 25 Minuten wutentbrannt zurückkehrte und dem Schüler mehrmals mit der Faust ins Gesicht und in den Bauch schlug. Dabei wurde auch dessen Brille beschädigt. 1

19 Monate später wollte sich der heute 32-Jährige aufgrund seines damals angetrunken Zustands nur an zwei Schläge erinnern. Sein Opfer und zwei weitere Schüler sagten jedoch aus, dass der Mann dem fliehenden Jugendlichen hinterherlief und noch mindestens vier Mal zuschlug. „Ein Faustschlag ins Gesicht eines Brillenträgers kann sehr gefährlich sein“, befand Richterin Friederike Kirschstein-Freund.

Da sich im Vorstrafenregister des Täters bereits elf Einträge befanden, forderte die Staatsanwaltschaft eine 14-monatige Haftstrafe. Darin miteinbezogen war eine Autofahrt ohne Fahrerlaubnis, das Vorzeigen eines gefälschten Führerscheins und der Fund von drei Gramm eines verbotenen Betäubungsmittels in dessen Wohnung. Diese drei Tatbestände ereigneten sich gut vier Monate nach der Schlägerei auf dem Wolfratshauser Spielplatz.

Richterin Kirschstein-Freund konnten den Antrag der Staatsanwaltschaft zwar nachvollziehen, entschied sich für eine einjährige Bewährungsstrafe: „Ohne Ihr überraschendes Geständnis vor einem Jahr wäre es schwierig geworden, Sie als Täter zu ermitteln.“ Als Auflage muss der Lagerist 100 Euro Schadensersatz für die kaputte Brille sowie 5.000 Euro an die Oberland Werkstätten zahlen. ph

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