Schläge und Tritte am Loisachufer

Amtsgericht verurteilt Frührentner (61) aus Wolfratshausen zu 1.350 Euro Geldstrafe

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Weil es an der alten Floßlände im Sommer 2019 zu zahlreichen Straftaten kam, gilt dort mittlerweile ein Alkoholverbot.

Wolfratshausen – Wegen Körperverletzung musste sich ein 61-jähriger Wolfratshauser vor dem Amtsgericht verantworten. Am 14. August hatte er einem 56-jährigen Eurasburger nach einer verbalen Auseinandersetzung an der alten Floßlände von hinten angegriffen und mehrere Schläge versetzt.

„Nüchtern wäre mir das nie passiert“, behauptete der Angeklagte. Er verwies darauf, dass er vor der Auseinandersetzung schon etliche Halbe Bier getrunken hatte. So wurde bei ihm eine Stunde nach dem Vorfall, der sich gegen 22.15 Uhr ereignete, ein Alkoholwert von 1,9 Promille gemessen. Sein Kontrahent hatte sogar über zwei Promille im Blut.

„Da werden Sie aber nicht nur Bier getrunken haben“, mutmaßte Richter Helmut Berger. Der Eurasburger räumte den Konsum von Wodka ein und gab zu, dass er den Wolfratshauser zunächst beschimpft hatte. Denn seine frühere Lebensgefährtin hatte wenige Wochen zuvor auf der Couch des Angeklagten übernachtet und wurde dabei sexuell belästigt. „Er hat seine Hand an sich angelegt und mir ein eindeutiges Angebot gemacht“, sagte die 48-jährige in der Verhandlung aus. Die Auseinandersetzung am Loisachufer erlebte sie mit. „Wir haben uns dort unter der Linde auf ein paar Bier getroffen“, sagte die Frau aus. Sie erinnerte sich daran, dass ihr ehemaliger Lebensgefährte nach dem Nackenschlag zunächst auf die steinernen Sitzflächen am Loisachufer stürzte und sich dabei Platzwunden sowie Abschürfungen zuzog. Danach stürzte sich der Angeklagte auf ihn, setzte sich auf seinen Rücken und prügelte mit den Fäusten auf ihn ein. Das Geschrei der Kontrahenten hörte der an einer nahegelegenen Bushaltestelle wartende Sohn des Eurasburgers

Der 19-Jährige eilte seinem am Boden liegenden Vater zu Hilfe und ging dabei offenbar wenig behutsam vor. „Er hat mich mit den Füßen getreten: Das Hämatom habe ich vier Wochen lang noch gespürt. Außerdem ist mir ein Teil eines Zahns abgebrochen“, beklagte sich der 61-Jährige. Als kurz darauf die Polizei eintraf, hatte sich die Lage schon wieder beruhigt.

Während die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen den Schüler eingestellt hat, kam der Angeklagte nicht so glimpflich davon. Die Staatsanwältin forderte eine Geldbuße in Höhe von 120 Tagessätzen zu je 15 Euro – insgesamt 1.800 Euro.

Richter Helmut Berger sprach von einem „hinterhältigen Angriff“, reduzierte das Strafmaß aber auf 90 Tagessätze, sodass der vorbestrafte Angeklagte nun 1.350 Euro zahlen muss. Der Frührentner reagierte verärgert auf den Urteilsspruch. „Ich trinke mein Bier jetzt lieber allein daheim: Da kann weniger passieren“, schwor er sich.

Peter Herrmann

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