BN und LBV schlagen Alarm gegen Erweiterungspläne des Flüssiggasherstellers

Protest gegen den Tyczka-Turm

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Naturschutzverbände kritisieren die Erweiterungspläne des Flüssiggasherstellers an der Blumenstraße. Sie stören sich insbesondere an der Waldrodung und der Turmhöhe.

Geretsried – Der Flüssiggashersteller Tyczka darf einen 60 Meter hohen Destillationsturm errichten. Nach dem Plazet des Stadtrates hagelt es nun Kritik der Naturschutzverbände LBV und BN.

Seit der Gründung von Geretsried vor 60 Jahren seien rund 2.500 Hektar an Auwald auf postglazialen Isar-Schottern mit ausgedehnten Schneeheide-Kiefernwäldern, Buchenwäldern und lichten Hutewäldern gerodet worden, so die Verbände unisono. Weitere Waldrodungen im Stadtgebiet lehnen die Naturschutzverbände insofern strikt ab. „Zukünftige Stadtentwicklung sollte auf den reichlich vorhandenen Industriebrachen im Stadtgebiet erfolgen“, so Achim Rücker, Grünen-Kreisrat und Vize-Vorsitzender des Bund Naturschutz. Rücker verweist in Sachen Rodung auf den Umweltbericht, demnach habe der gesamte Wald Biotopstatus. Große Teile des Waldes seien überdies nach Art. 23 des Bayerischen Naturschutzgesetzes geschützt, so Rücker. In diversen Ausschüssen und im Stadtrat wurde seitens der Stadtverwaltung stets darauf verwiesen, dass der Flüssiggashersteller im Vorgriff auf etwaige Erweiterungen bereits im Jahr 1991 aufgeforstet hat. Für Rücker fällt das in diesem Kontext nicht sonderlich ins Gewicht. „Denn eine Rodung von 2,5 Hektar Biotopwald ist nicht ausgleichbar.“ Ebenso lehnt Rücker den geplanten 60 Meter hohen Destillationsturm ab. Damit setze sich Geretsried ein „zweifelhaftes Denkmal“. Rücker befürchtet das der Turm im weiten Umkreis von acht bis zehn Kilometer Radius, aus dem Isar- und Loisachtal und von allen umgebenden Höhenzügen zu sehen sei. „Das Landschaftsbild ist damit grob verschandelt.“ Rücker appelliert an Tyczka zu prüfen, „ob nicht auch mehrere Türme mit geringerer Höhe oder ein teilweise im Erdreich versenkter Tank möglich sind“. Der Geretsrieder Stadtrat hat dem Flüssigashersteller jüngst lediglich die grundsätzliche Erlaubnis erteilt, den Turm zu errichten. Details zur baulichen Ausführung werden erst im Bauantragsverfahren geklärt.

Ralf Fastner

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