„Zu lange zu locker gesehen“

Schlössl soll Wohnbebauung weichen: Bauausschuss lehnt das Vorhaben zunächst ab

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Das Traditionshaus „Schlössl“ soll neuen Wohmungen weichen. Doch der Bauausschuss hat den Vorstellungen des Eigentümers einen Riegel vorgeschoben.

Bad Tölz – Das Schlössl soll neuen Wohnungen weichen. So zumindest lässt sich der Vorbescheidsantrag zusammenfassen, den Eigentümer Reinhard Sieberer im Rathaus eingereicht und mit dem sich nun der Bauausschuss befasst hat. Doch das Gremium lehnt das Vorhaben ab – noch.

Das Rathaus hat vorbereitende Untersuchungen zu einer Kernfrage zum Badeteil eingeleitet: Wo sind noch touristische Kerngebiete, die es zu erhalten gilt? Und wenn Wohnnutzung, wie soll sie aussehen? Bis zu den Sommerferien sollen Ergebnisse vorliegen, wie Bauamtsleiter Christian Fürstberger informierte.

Das Schlössl liegt jedenfalls im „Sanierungsgebiet Badeteil“, für das eine künftige Entwicklung definiert werden soll. Und aus diesem Grund versagte der Ausschuss den Antrag von Schlössl-Eigentümer Sieberer. Der hat folgendes vor: Entweder zwölf Wohnungen in einem neuen Baukomplex errichten oder aber 16 kleinere Appartements in zwei Gebäuden. Fürstberger empfahl, dem Antrag zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zuzustimmen. „Hochpreisiges Wohnen ist nicht das, was unser Ziel ist.“ Wenn die Voruntersuchung das belege, müsste städtebaulich gegengesteuert werden. Möglichkeiten hat der Bauausschuss sowie der Stadtrat. Etwa über Festsetzungen im Bebauungsplan. Dort könnte dann auch sozialer Wohnungsbau oder „Mehrgenerationenwohnen“ als Planungsziel stehen, „oder auch touristische Nutzung“, so Fürstberger.

„Die Weichenstellung für dieses Grundstück sollten wir jedenfalls offen halten“, so der Bauamtsleiter. Wohnen im Badeteil sei bislang nur für betuchtes Klientel möglich gewesen. Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann sah das ähnlich: „Wir haben das alles in der Vergangenheit viel zu locker gesehen.“

Michael Lindmair verstand diese Argumentation, warb aber dafür, Tempo zu machen. „Schließlich geht es hier um einen Invest.“

Camilla Plöckl bedauerte schließlich, dass mit dem Schlössl wieder ein Stück Baukultur verschwindet. Gerade die Dachkonstruktion sei doch sehr eigen, sagte sie. „Das alte Bad Tölz verschwindet zunehmend.“ Was Stadtbaumeister Hannes Strunz bestätigte aber eben auch erklären konnte: „Ein ,Schlössl‘ baut heute einfach keiner mehr.“ Gegen die Stimme von Ulrike Bomhard (FWG) lehnte der Ausschuss den Vorbescheidsantrag ab. Das Gremium will erst einmal auf die Ergebnisse der Voruntersuchung warten. tka

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