Wer bremst verliert: weiteste Sprung: 20,20 Meter

Das Schnabler-Rennen ist in Gaißach Tradition

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Sprünge und Stürze: Die Schnabler-Fahrer beweisen Schneid beim Rodeln über die Schneeschanze unter den Augen der rund 5.000 begeisterten Zuschauern.
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Sprünge und Stürze: Die Schnabler-Fahrer beweisen Schneid beim Rodeln über die Schneeschanze unter den Augen der rund 5.000 begeisterten Zuschauern.
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Sprünge und Stürze: Die Schnabler-Fahrer beweisen Schneid beim Rodeln über die Schneeschanze unter den Augen der rund 5.000 begeisterten Zuschauern.
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Sprünge und Stürze: Die Schnabler-Fahrer beweisen Schneid beim Rodeln über die Schneeschanze unter den Augen der rund 5.000 begeisterten Zuschauern.
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Sprünge und Stürze: Die Schnabler-Fahrer beweisen Schneid beim Rodeln über die Schneeschanze unter den Augen der rund 5.000 begeisterten Zuschauern.
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Sprünge und Stürze: Die Schnabler-Fahrer beweisen Schneid beim Rodeln über die Schneeschanze unter den Augen der rund 5.000 begeisterten Zuschauern.
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Sprünge und Stürze: Die Schnabler-Fahrer beweisen Schneid beim Rodeln über die Schneeschanze unter den Augen der rund 5.000 begeisterten Zuschauern.
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Sprünge und Stürze: Die Schnabler-Fahrer beweisen Schneid beim Rodeln über die Schneeschanze unter den Augen der rund 5.000 begeisterten Zuschauern.

Gaißach – „Ohne Deichsel und ohne Brems, is des Rennerts ebbas schöns!“, heißt es schon in dem bekannten Gaißacher Rennfahrer-Lied. Und dies nahm dann auch Moderator Toni Kell am vergangenen Sonntag beim traditionellen „Goaßara Schnablerrennen“ zum Anlass seinen Spott über das Garmischer Hornschlitten-Rennen auszulassen. Vor über 5.000 begeisterten Zuschauern sagte er: „De haben dort drübn a Brems, so was brauchn mir net. Bei uns geht‘s mit Vollgas über d’Schanzn.“

Und die 40 jeweils mit zwei Mann besetzten Schnabler ließen sich dann auch nicht lumpen und stürzten sich vom rund 1.000 Meter hoch gelegenen Lehener Berg den Hohlweg hinunter ins Tal. Als schnellste erwiesen sich heuer Klaus Bergmayr mit Beifahrer Sepp Danner, die die Strecke in 1:21,14 Minuten bewältigten. Dicht gefolgt von Pilot Tom Haslinger mit Michael Schwaiger, die lediglich 0,18 Sekunden länger benötigten. Doch Letztere durften dann in der anschließenden Siegesehrung im Gasthaus „Mühle“ ebenfalls ganz nach oben aufs Siegertreppchen klettern. Sie hatten mit 20,20 Metern den weitesten Sprung in den Schnee gefolgt. Die zweiten der Sprungwertung, Lukas Bauer und Toni Leichmann hatten hier 19,60 Meter geschafft.

Groß war die Freude aber auch beim einzigen Schnabler-Frauen-Team mit Katarina Ostheimer und Lisa Pauli. Sie waren nach ihrem 16,10 Meter weiten Sprung zwar auch vom Schnabler gefallen, lagen sich dann aber vor Freude über die gelungene Fahrt in den Armen und kugelten zum Gaudium der Zuschauer eng umschlungen den Zielhang hinab. Zuletzt hatte sich 1969 eine Mannschaft des „schwachen Geschlechts“ am traditionellen Rennats beteiligt. „Insgesamt ein gutes Rennen, bei dem alle, Schnablerfahrer und Zuschauer gleichermaßen, einen Riesen-Spaß hatten“, bestätige dann auch Schorsch Fischhaber („Moser“), der Präsident des „Hohen Schnabler-Kommitääs“. ejs

In der Regel trauen sich Frauen auf normalen Schlitten den Höllenritt auf dem Lehener Berg zu. Das wagten heuer neben zwei jungen Burschen 22 Schlittenfahrerinnen. Freilich hatte sie auf den „kleinen Gefährten“ kaum eine reelle Chance den Sprung über die Schanze unversehrt zu überstehen. Auch einige der großen Schnabler mussten der oftmals unsanften Landung nach dem Sprung Tribut zollen und zerlegten sich in ihre Einzelteile. Viel Arbeit also wieder für den Vereinsschreiner, um die Gefährte bis zum nächsten Jahr wieder in Stand zu bringen. Die Kosten dafür, ebenso traditionell, werden allerdings vom Schnabler-Verein übernommen.

Abgesehen von einigen blauen Flecken ging die Gaudi für die meisten Gestürzten glimpflich aus. Hier erwiesen sich die weichen Schneemassen auf dem Gerstland-Hang als wirkungsvolle Dämpfer. Lediglich für einen 64-jährigen Schnablerfahrer ging das diesjährige Unternehmen nicht ganz so glimpflich aus. Er hatte sich nach dem Sprung schwer verletzt und musste von der Bergwacht mit dem Akia abtransportiert werden. Er liegt derzeit noch im Tölzer Krankenhaus. „Sehr bedauerlich“, so Präsident Fischhaber: „Das hat bei uns die Stimmung schon ein wenig gedämpft.“

Um die Stimmung hochzuhalten, hatte der Streckensprecher vor allem die jüngst eingeschneiten Jachenauer als Running Gag aufs Korn genommen. Er begrüßte sie „zurück in der Zivilisation“ und der heuer einzige Motivschlitten war der „Gaißacher Versorgungsschnabler“ für die Jachenau. Beladen mit dem Notwendigsten, Bier, dreilagigem Klopapier und „Pariser in Jachenauer Größen“, wurde der im Ziel sogleich von „Jachenauern“ gestürmt. Kell wies auch noch darauf hin, dass Landrat Sepp Niedermaier angekündigt habe, in der Jachenau eine neue Geburtsstation eröffnen wolle, „weil dort vermutlich im Oktober die meisten Kinder im Landkreis zur Welt kommen werden.“  Ewald Scheitterer

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