Lawinenabgang am Brauneck

Schnee rutschte 100 Meter in Richtung Skipiste

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Über der Kotalm am Brauneck ist eine Lawine abgegangen. 

Lenggries/Landkreis – Von den Allgäuer bis zu den Bayerischen Voralpen ist die Lawinengefahr in mittleren Lagen als „mäßig“ einzustufen: Das entspricht derzeit der Europäischen Gefahrenstufe zwei. Dennoch ist Obacht geboten. Am Brauneck ist am Dienstagmorgen oberhalb der Kotalm eine rund 60 Meter breite Lawine abgegangen. Verletzt wurde dabei niemand.

Christoph Brenninger, stellvertretender Obmann der zuständigen Lawinenkommission, war am Einsatzort. Er beschreibt die Lage: Die Lawine rutschte zwischen 6 und 7 Uhr morgens auf dem Querweg zwischen Waxenstein- und Ahronabfahrt bis zu 100 Meter talwärts – riss dabei Erdreich und sogar einen Baum mit sich.

„Wenn man in die Natur geht, muss man die Augen offen halten“, mahnt Anton Stowasser von der Abteilung Öffentliche Sicherheit am Landratsamt. Das gelte beim Schwimmen, auf dem Eis und insbesondere beim Skifahren, so Stowasser. Alpinisten und Tourengeher sollten sich deshalb über den aktuellen Lawinenlagebericht informieren (www.lawinenwarndienst-bayern.de). Freilich erhöht sich die Gefahr einer Lawine mit dem Grad der Warnstufe. Ab einer Stufe von drei und höher steigt die Gefahr von „erheblich“ auf „sehr groß“.

Gefährlich sind indes sogenannte Gleitschneelawinen, meldet die bayerische Lawinenwarnzentrale. „Diese rutschen an steilen Wiesenhängen und glatten Waldschneisen am Boden ab.“ Des Weiteren seien Lawinenauslösungen zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Derzeit habe sich die Schneedecke gut abgesetzt. Nachts „verharsche“ die feuchte Oberfläche und werde tagsüber wieder von der Sonne erwärmt. „Dann dringt Feuchtigkeit in die Schneedecke ein, „was die Hangabwärtsbewegung des Schnees fördert und das abgleiten auf nassem, glattem Boden begünstigt“.

Genauso hat es sich laut Brenninger am Brauneck zugetragen. Die Gleitschneelawine rutscht aber im Gegensatz zu einer Staublawine viel langsamer. Zum Glück: Für Skifahrer wäre sie somit eher ungefährlich gewesen, wenn sie statt der frühen Morgenstunden tagsüber abgegangen wäre. Brenninger warnt derzeit vor alpinen Süd- und Grashängen. „Dort, wo die Sonne hinein strahlt.“ Die Lawinenkommission hatte den Hang über der Kotalm seit fünf Wochen im Visier. Dort bewegte sich der Schnee immer mal ein paar Millimeter. Aber es sei schwierig, den genauen Zeitpunkt eines Abgangs zu bestimmen. „Wir können eine Hauptpiste nicht über Wochen sperren, sonst wird man unglaubwürdig.“ Für die Lawinenkommission ist diese Abwägung stets eine Gratwanderung. dwe

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