Kampf um nachhaltige Schulgebäude

Während Strom durch mehr elektrische Geräte steigt, geht der Wasserverbrauch zurück

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Das Biomasseheizkraftwerk mit Kamin am Alten Bahnhof in Bad Tölz inmitten der Schulgebäude versorgt acht Schulen und Hallen in der Umgebung.

Landkreis – Die Schulen im Landkreis sowie das Landratsamtsgebäude auf der Tölzer Flinthöhe haben in den vergangenen Jahren nicht nur hohe Sanierungskosten verschlungen, sondern sie müssen im täglichen Betrieb auch mit Strom versorgt und beheizt werden. Die Entwicklung bei den damit verbundenen CO2-Emissionen stellte in der jüngsten Sitzung des Schul- und Bauausschusses Andreas Süß den alten und neuen Kreisräten vor. Für sein „Energiecontrolling“ der Kreisliegenschaften hatte er des Amtes die Verbräuche am Tölzer und Ickinger Gymnasium sowie bei der Real- und Förderschule Bad Tölz ausgewählt.

Wie der Klimaschutzbeauftragte des Amtes ausführte, ist beim Stromverbrauch in sämtlichen Kreisliegenschaften trotz der Umstellung auf LED-Lampen ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen, kein Wunder bei immer mehr elektronischen Geräten. Den versuche man, durch Photovoltaik-Anlagen, die auf den meisten Gebäuden ohnehin schon vorhanden sind oder noch entstehen, auszugleichen. Beim Wärmeverbrauch (also den Heizungen) konnte Süß in den Jahren zwischen 2008 und 2019 einen Rückgang von insgesamt elf Prozent berechnen. Umgerechnet auf Kilowattstunden pro Quadratmeter beheizte Fläche ergab sich eine Einsparung von zehn Prozent, da der Stromverbrauch zugleich aber um 22 Prozent anstieg, konnten insgesamt nur fünf Prozent eingespart werden.

Da man im Landkreis wegkommen will vom Erdgas, werden Fernwärmeanlagen und Hackschnitzelheizungen gebaut, so dass sich in den vergangenen zehn Jahren der Gasverbrauch für die Schulen mehr als halbierte. „Der erneuerbare Energie-Anteil bei der Wärme hat sich dagegen von zehn auf 50 Prozent gesteigert“, so Süß.

Auch die Heizkosten gingen aufgrund des gesunkenen Verbrauchs natürlich zurück, wobei sanierte Schulgebäude bessere Effekte erzielen als andere. Vor dem Sparen muss man meist erst einmal Geld in die Hand nehmen, so wurde bekanntlich am Tölzer Schulzentrum am Alten Bahnhof ein Biomasseheizkraftwerk gebaut, das acht alte Heizungen ersetzt und acht benachbarte Schulen versorgt.

Unterschiedliche Verbrauche entstehen auch durch die unterschiedliche Witterung, also besonders kalte oder milde Winter. Im längerfristigen Durchschnitt ergibt sich nach den Berechnungen von Süß dennoch ein Verbrauch von ziemlich exakt 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter Fläche. Angestrebt wird im Zuge der Energiewende Oberland, CO2-neutral zu werden, das heißt, die verbrauchte Energie aus Sonne oder durch nachwachsende Rohstoffe zu erzeugen. Süß: „Das könnten wir bei den Schulgebäuden in den nächsten fünfzehn Jahren bis 2035 schaffen“, auch wenn der Klimaschutzebauftragter zu bedenken gab, „dass die letzten zehn Prozent immer die schwierigsten sind.“ bo

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