Millionengrab Generalsanierung

Schulzentrum Geretsried: Statt 38,6 könnten Kosten am Ende auf bis zu 56 Millionen Euro klettern

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Baustelle Schulzentrum: Die Generalsanierung kommt viel teurer als ursprünglich geplant.

Geretsried – 38,6 Millionen Euro sollte die Generalsanierung kosten. Diese Kostenschätzung bewegte den Kreistag im Jahr 2016 dazu, einer Generalsanierung des Geretsrieder Schulzentrums zuzustimmen – und nicht für einen Neubau zu votieren. Angesichts der aktuellen Kostenentwicklung dürfte dieser Beschluss aus heutiger Sicht aber anders aussehen. Im Raum stehen inzwischen 51 Millionen Euro, ein Wert der gut und gern auch auf fast 56 Millionen Euro klettern könnte. Hintergrund sind auch die gestiegenen Schülerzahlen aufgrund der Rückkehr zum G9.

Im Kreis-Bau- und Schulausschuss legten Planer und Hauptamtsleiter René Beysel aktuelle Veränderungen zu den Planungen sowie Kostenentwicklungen vor. Architekt Dieter Kubina erläuterte zunächst Details zu den Planungen in den einzelnen und aktuellen Bauabschnitten. Vor allem die Umbauten hin zu Lerninseln (diese transparenten Räumlichkeiten mit einem zentralen „Lern-Marktplatz“ lösen die klassischen Klassenzimmerverbände ab) kosten Geld. Aber auch neue Treppenhäuser, Lehrerstützpunkte oder Räumlichkeiten für Schulpsychologen schlagen kostenmäßig nieder.

Hauptamtsleiter René Beysel erklärte dann die Kostenmehrungen. Hauptproblem ist aus Sicht des Landkreises die gute Konjunktur in der Bauwirtschaft. Denn die Ausschreibungen zu den einzelnen Gewerken haben bei weitem keine guten Ergebnisse mit sich gebracht. Und: Die normalerweise angesetzten zwei Prozent Verteuerungsrate jährlich sind kaum zu halten. Wegen der Entwicklungen in den Vorjahren „stehen wir tatsächlich bei 43 Millionen Euro“, so Beysel. Einher gehen die Veränderungen in den Planungen (Lerninseln), zu denen bereits eine Schulaufsichtliche Genehmigung der Regierung von Oberbayern vorliegt. Zusätzlich 4,8 Millionen Euro werden da fällig. Plus einen „Rucksack“ an Mehrkosten bei den Ausschreibungen in Höhe von 1,67 Millionen Euro „haben wir eine aktuelle Gesamtsumme von 49,51 Millionen Euro“. Eine Prognose bis 2026 ist schwer zu tätigen. Je nach Baukostensteigerung könne die Endsumme zwischen 51 und fast 56 Millionen Euro liegen. Der Ausschuss gab grünes Licht für die Bereitstellung des Geldes im Zuge der Haushaltsaufstellung der nächsten Jahre. Gleichwohl forderte etwa Thomas Gründl (CSU) das Hauptamt auf, nochmals bei der Regierung zwecks Fördermittel anzuklopfen. Denn wegen der modifizierten Schulaufsichtlichen Genehmigung könnte durchaus auch ein neuer Förderantrag gestellt werden.

Auch Fraktionskollege Nikolaus Trischberger sieht das so. Dass wir auf unsere Kosten im Zuge der Bauarbeiten ein Interimsgebäude gebaut haben, „das gehört da schon mit dazu“. „Ohne diesem Komplex hätten wir hier acht Klassenzimmer weniger – das würde gar nicht gehen“. Und Architekt Dieter Kubina pflichtete dem bei: „Das ist schon eine Folge der Rückkehr zum G9.“ Thomas Kapfer-Arrington

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