Segeln im Reich der Stürme

Seemann und Polarforscher Arved Fuchs auf Seereisen um Kap Hoorn und in die Antarktis

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Segler, Abenteuer und Polarforscher Arved Fuchs nahm sein Publikum im Tölzer Kurhaus mit auf spektakuläre Seereisen

Bad Tölz – Er ist eine lebende Legende – der Schleswig-Holsteiner Arved Fuchs ist unter Seglern und Abenteurern eine Ikone. Zum ersten Mal kam er am Sonntagabend, 3. November im Rahmen der Wunderfalken Outdoor und Adventure Reihe ins Kurhaus von Bad Tölz. Die rund 450 Besucherinnen und Besucher im fast ausverkauften Saal waren fasziniert von seinen Geschichten, Bildern und Filmaufnahmen von Kap Hoorn und der Antarktis.

Der 66-jährige Arved Fuchs nahm das Publikum mit auf seine spektakulärsten Abenteuer. In seinem Multivisionsvortrag „Kap Hoorn – Antarktis. Segeln im Reich der Stürme“ zeigte er historische Filmaufnahmen seiner abenteuerlichen, ersten und bis heute einzigen Winterumrundung Kap Hoorns mit einem Faltboot 1984. Die Umrundung des Kaps gehört auch heute noch zu den gefürchtetsten Schiffspassagen. Schätzungen zufolge wurde die See vor Kap Hoorn mehr als 800 Schiffen und mehr als 10.000 Menschen zum Verhängnis und zum größten Schiffsfriedhof der Welt. Von der Insel Hoorn konnte Fuchs die Antarktis sehen und eine Sehnsucht war geboren. Im Jahr 1989 stand Arved Fuchs am 13. Mai nach 56 Tagen auf dem Geografischen Nordpol, um im selben Jahr, am 30. Dezember, setzte er seinen Fuß auch auf den Südpol. Zugleich durchquerte er zusammen mit Reinhold Messner, damals noch ohne GPS-Gerät und Funktelefon, auf Skiern den antarktischen Kontinent in 92 Tagen.

Auf dem Weg von Sir Ernest Henry Shackelton

Mit seinem treuen Haikutter „Dagmar Aaen“ ist er seit 1988 in den arktischen Weltmeeren unterwegs. Dabei schaukelte das Schiff die Crew zuverlässig durch stürmische Winde und lebensbedrohliche Situationen. Arved umrundet nicht nur den Nordpol, sondern auch die Welt auf der arktischen Route. Ein weiteres wagemutige Abenteuer war 2000 die komplette Wiederholung der Shackelton Expedition in die Antarktis. Von der antarktischen Halbinsel aus segelte Arved zusammen mit drei Freunden in einem originalgetreuen Nachbau von Shackleton’s Rettungsboot „James Caird“ nach Elephant Island und dann weiter nach South Georgia – eine Strecke von insgesamt ca. 1.800 Kilometern. Die Filmaufnahmen zeigten den Alltag an Bord, die Enge. Die Zuschauer konnten fast das Schaukeln des Bootes spüren, wenn der kleine Kutter sich über meterhohe Wellen kämpfte.

Der Antarktis verfallen

Im August 2015 brach Arved Fuchs zur großen OCEAN CHANGE Expedition auf. Von Hamburg aus segelte er über die Bijagos-Inseln bis nach Feuerland, umrundet erneut Kap Hoorn und erreichte die Antarktische Halbinsel. Seine Begeisterung für diesen so unwirtlichen Teil der Erde war in seinen eloquenten Worten und in den faszinierenden Bildern deutlich zu erkennen. Aber er bezeugte auch die großen Mengen an Plastikmüll im Meer und an den entlegenen Küsten. Er berichtete von der großen Gefahr, die von sogenannten „Geisternetzen“ ausgeht. Die Auswirkungen des Klimawandels seien in der Antarktis deutlich zu sehen. Daher ist der Polarforscher froh, dass dieser „Kontinent der Superlative“, wie er ihn nennt, durch den 1991 verlängerten und erweiterten internationalen Antarktisvertrag noch bis 2041 geschützt ist. Im August 2016 kehrte Fuchs nach über 20.000 Seemeilen zurück in den Hamburger Hafen, wo die „Dagmar Aaen“ auf das nächste Abenteuer mit Arved Fuchs wartet.Marion Bürkner

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