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Sicherheitsbericht 2021 der Polizeiinspektion Geretsried veröffentlicht

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Von: Viktoria Gray

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(v.l.) Bürgermeister Josef Hauser (Dietramszell), Bürgermeister Michael Müller (Geretsried), Stephanie Dickel (Sachgebietsleiterin Bürgerservice der Stadt Geretsried), Erster Polizeihauptkommissar Franz Schöttl (Dienststellenleiter der PI Geretsried), Polizeiobermeisterin Nektaria Adamidou, Bürgermeister Rainer Kopnicky (Königsdorf) sowie Daniela Baldus vom Ordnungsamt der Gemeinde Königsdorf.
Trafen sich zum Sicherheitsgespräch und blickten auf 2021 zurück: (v.l.) Bürgermeister Josef Hauser (Dietramszell), Bürgermeister Michael Müller (Geretsried), Stephanie Dickel (Sachgebietsleiterin Bürgerservice der Stadt Geretsried), Erster Polizeihauptkommissar Franz Schöttl (Dienststellenleiter der PI Geretsried), Polizeiobermeisterin Nektaria Adamidou, Bürgermeister Rainer Kopnicky (Königsdorf) sowie Daniela Baldus vom Ordnungsamt der Gemeinde Königsdorf. © PI Geretsried

Geretsried/Dietramszell/Königsdorf – Jüngst fand das Gespräch zum Sicherheitsbericht 2021 der Polizeiinspektion (PI) Geretsried statt. Auch die Kommunen Dietramszell sowie Königsdorf fallen unter den Zuständigkeitsbereich der Geretsrieder PI, daher waren beim internen Gespräch unter anderem Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller, Bürgermeister Josef Hauser von Dietramszell, Bürgermeister Rainer Kopnicky von Königsdorf und Dienststellenleiter Franz Schöttl mit dabei. Eingegangen wurde auf die Kriminalitätsentwicklung und auf die Verkehrsunfallentwicklung.

2021 seien im Bereich der PI Geretsried 1.220 Straftaten in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfasst worden. So führt es Nektaria Adamidou, Polizeiobermeisterin bei der PI Geretsried aus. Die Beamtin wurde damit beauftragt, den Sicherheitsbericht zu erstellen.

1.220 Straftaten im vergangenen Jahr, bedeuten laut Adamidou im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 145 Straftaten. „Von den erfassten 1.220 Taten konnten 864 aufgeklärt und 694 Tatverdächtige ermittelt werden“, schreibt die Polizeiobermeisterin. Erfreulich sei, dass es sich um den niedrigsten Wert an Straftaten in den letzten fünf Jahren handele. Insgesamt sei die Kriminalität um 10,6 Prozent gesunken.

In einer Tabelle listet Adamidou verschiedene Bereiche der Kriminalität und deren Veränderung vom Jahr 2020 zu 2021 auf. So ergab sich im Bereich der Gewaltkriminalität eine starke Veränderung. Von 56 Fällen sank die Zahl um fast 40 Prozent auf 34 Fälle in 2021. „Unter Gewaltkriminalität werden etwa Straftaten gegen das Leben, Raub, räuberische Erpressung sowie gefährliche und schwere Körperverletzung zusammengefasst“, führt Amadiou aus.

Mehr Sexualdelikte

Einen Anstieg um fast 36 Prozent – von 14 auf 19 Fälle – gab es dagegen im Bereich der Sexualdelikte. Ursächlich dafür sei laut der Polizeiobermeistern unter anderem eine „umfangreiche Novellierung des Sexualstrafrechts“. Um sich in Sachen sexueller Selbstbestimmung besser schützen zu können, wurden Tathandlungen, die bis dahin den Tatbestand der „Beleidigung auf sexueller Grundlage“ erfüllten, neu geschaffenen Tatbeständen im Bereich des Sexualstrafrechts zugeordnet.

„Der Anstieg im Jahr 2021 der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung resultiert vornehmlich auf dem Phänomen des Verbreitens pornographischer Schriften“, erklärt die Beamtin. Die Aufklärungsquote liege dort bei 100 Prozent und sei besonders erfreulich.

Erheblich zurückgegangen seien zudem Rauschgiftdelikte. Von 160 Fällen sank die Zahl auf 92 – Ein Rückgang um circa 43 Prozent.

Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche erreichte ihr niedrigstes Niveau im Langzeitvergleich. „Mit einem nennenswerten Rückgang von 80 Prozent wurden im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls im Vergleich zum Vorjahr vier Fälle weniger zur Anzeige gebracht.“

Potenzielle Einbrecher wohl abgeschreckt

Die Fallzahl lag 2021 bei einem, im Jahr 2020 bei fünf und im Jahr 2019 noch bei acht Fällen. Dass man sich aufgrund der Ausgangsbeschränkungen häufiger zu Hause aufgehalten hatte, musste potenzielle Einbrecher wohl abgeschreckt haben.

Die Aufklärungsquote, die das Verhältnis von aufgeklärten zu bekanntgewordenen Fällen bezeichnet, liege im Bereich der PI Geretsried im Jahr 2021 bei 70,8 Prozent. Tatverdächtige konnten jedoch weniger ermittelt werden. So waren es vergangenes Jahr 694 und 2020 waren es noch 823. Adamidou schlüsselt die Tatverdächtigen auch in Altersgruppen auf.

Die größte Gruppe machen demnach Erwachsene mit 79 Prozent aus, danach folgen Jugendliche (9 Prozent), dann Heranwachsende (8 Prozent) und am wenigstens Kinder (4 Prozent).

Gewalt gegen Polizeibeamte wurde im Vergleich zum Vorjahr weniger ausgeübt. 2021 kam es in 26 Fällen dazu, was zwei Fälle weniger als im Jahr 2020 ausmacht. „Vorwiegend kam es dabei zu Beleidigungen und Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte“, berichtet Amadiou. Schwerwiegende Verletzungen trug Glücklicherweise keine der Einsatzkräfte davon.

Verkehrsaufkommen wieder eingependelt

Auch zur Verkehrslage gab Adamidou eine Übersicht ab. Vergangenes Jahr ereigneten sich 829 Verkehrsunfälle, wo es 2020 noch 770 waren. „Allgemein kann festgestellt werden, dass sich das Verkehrsaufkommen nach dem pandemiebedingten Rückgang im Jahr 2020 wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie eingependelt hat“, begründet sie.

Im Jahr 2021 mussten bedauerlicherweise zwei Verkehrstote verzeichnet werden. Der Unfall ereignete sich im September zwischen einem Kradfahrer und einer Fahrradfahrerin.

In der Vergangenheit zeigte sich immer wieder, dass sich im Boden rund um und in Geretsried gerne mal Relikte aus alter Zeiten finden. So auch letztes Jahr. Für Aufregung sorgte etwa der Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, welcher auch die Einsatzkräfte der PI Geretsried forderte.

150 Kilogramm schwerer Blindgänger gefunden

Diese wurde im Oktober auf einem Privatgrundstück am Dompfaffenweg gefunden. „Der 150 Kilogramm schwere Blindgänger war mit 15 bis 20 Kilogramm Sprengstoff gefüllt“, erinnert sich die Polizeibeamtin. Ein Abtransport der Bombe erschien den hinzugezogenen Kampfmittel-Experten zu riskant. Die Bombe wurde schließlich vor Ort entschärft.

Abschließend ging die Polizeiobermeisterin noch auf die Schwerpunktkontrollen ein, die in 2021 durchgeführt wurden.

In Einöd, an der Staatsstraße 2072, wurden durch die Einsatzkräfte über 100 Fahrzeuge einer Kontrolle unterzogen. Und bei der Schwerpunktkontrolle an der Bundesstraße 11 in Geretsried, lag das Hauptaugenmerk auf Fahrzeugführern, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss standen oder Urkundsdelikte und ausländerrechtliche Verstöße begangen hatten.

Bei einer Kontrolle im Gewerbegebiet Gelting lag dann das Hauptaugenmerk auf der Überwachung des gewerblichen Güterverkehrs.

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