Sicherung des Böschungsbereichs im Bereich der Tennisplätze abgeschlossen

Wildbach im Zaum halten

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Der frisch sanierte 112 Meterlange Uferweg an der Isar neben dem Tennisclub in Geretsried ist fertig: Die offizielle Abnahme der knapp vierwöchigen Bauarbeiten nahm (v.l.) Sachgebietsleiter Umwelt Joachim Kaschek, Flussmeister Helmut Henkel sowie Peter Gröbl vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim.

Geretsried – Der Tennisclub Geretsried drohte in den Fluten der Isar zu versinken und der daran vorbeiführende Uferwanderweg gleich mit: Vergangene Hochwasser führten zum Abrutsch des dortigen Böschungsfußes. Nun hat die Stadt Geretsried sowie das Wasserwirtschaftsamt Weilheim in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde den Uferweg gesichert.

Der 80-jährige Karl Taschner steht am sanierten Uferweg in Geretsried neben dem Clubhaus des TC Geretsried und blickt über die Isarauen. Der Vorstand des Fischereivereins Wolfratshausen kann sich noch gut an Zeiten erinnern, als noch Hirsche dort unten durchs Grün streiften. Und an vergangene Hochwasser. Einmal stand das Wasser bis zur rund sechs Meter höher gelegenen Abbruchkante auf der Taschner gerade steht. Ein Naturereignis, das laut Sachgebietsleiter Wasserbau vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim, Peter Gröbl, in den vergangenen 30 Jahren den Böschungsfuß immer weiter angeknappert hat. Das Hochwasser im August 2005 habe „Rutschungen verursacht und Teile vom Wanderweg weggerissen“, erklärt er weiter. Als erste Schutzmaßnahme ließ die Stadt Geretsried im Sommer 2016 den Nahe an der Isar vorbeiführenden Wanderweg näher zum Tennisvereinsheim verlegen. Jetzt, im zweiten Arbeitsschritt, gestalteten drei Bagger auf einer Länge von 112 Metern den Uferschutz. Die Baumaßnahmen fanden an 27 Arbeitstagen statt und wurden Ende Februar abgeschlossen. Kein Tag zu früh. „Seit 14 Tagen prallt die Isar auf den Uferschutz, berichtet Tennisclubvorsitzende Klaus Köhler. „Als hätte sie gewartet.“ Angepeilt hat das Wasserwirtschaftsamt den Fertigstellungstermin allerdings aus einem ökologischen anderen Grund. Die Uferschutzstelle liegt nämlich im Naturschutz- und FFA-Gebiet Isarauen. Für die Baumaßnahme genehmigte die Naturschutzbehörde einen „wasserrechtlichen Unterhaltungsmaßnamen“-Antrag, erklärt Joachim Kaschek vom Sachgebiet Umwelt am Landratsamt. Er ist mit dem Ergebnis nun wahrlich zufrieden. Zudem sei die Arbeit zu einer „sinnvollen Zeit“ abgeschlossen worden. Der Grund: die Vogelbrut beginne und der Huchen, die größte Fischart in der Isar, suche jetzt seine Laichgebiete auf, berichtet die Fachkraft für Naturschutz weiter. Für die Fische wurden Totholz- Stellen als Unterschlupf errichtet. Die Kosten für die Ufersanierung belaufen sich auf 100.800 Euro. Insgesamt wurden laut Flussmeister Helmut Henkel 13.000 Tonnen sogenannte Wassersteine aus Granit sowie 560 Tonnen Schroppen (kleine, gebrochene Steine) als Füllmaterial darunter verbaut. Um das Gestein möglichst umweltschonend zum Isarlauf herunter zu befördern, hielten sechs Meter lange Holzstämme als Stein-Rutsche her – die Bagger schaufelten rund 400 Stunden. „Seit 1912 ist die Isar als Pflanzenschonbezirk ausgewiesen mit einmaligen Auen und bis heute einer der besterhaltenen Wildflüsse in Deutschland“, berichtet Kaschek. Damit das so bleibt „wurde so naturschonend wie möglich gearbeitet“, betont Gröbl. Daniel Wegscheider

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