Skifahren mit (Ge)Wissen

„Alpen-Plus“-Regionen haben Winter und die Umwelt im Blick

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Die Schrödelsteinbahn am Brauneck: Mit fünf Meter pro Sekunde werden künftig Skifahrer bequem im Sechser-Sessellift die auf Bergstation (1.500 Meter) befördert werden.
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Harald Gmeiner (Vorstand des Kommunalunternehmens Alpenregion Tegernsee-Schliersee) und Antonia Asenstorfer („Alpen-Plus“-Sprecherin).
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Fakten und Neuheiten im Skigebiet: Darüber berichtet  Ulrike Pröbstl-Haider vom Institut für ökologische Forschung.
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Fakten und Neuheiten im Skigebiet: Darüber berichtet  Peter Lorenz (Geschäftsführer der Brauneck und Wallbergbahn).
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Fakten und Neuheiten im Skigebiet: Darüber berichtet Egid Stadler (Sudelfeld-Bergbahnen-Chef).
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Die Schrödelsteinbahn am Brauneck: Mit fünf Meter pro Sekunde werden künftig Skifahrer bequem im Sechser-Sessellift die auf Bergstation (1.500 Meter) befördert werden.
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Die Schrödelsteinbahn am Brauneck: Mit fünf Meter pro Sekunde werden künftig Skifahrer bequem im Sechser-Sessellift die auf Bergstation (1.500 Meter) befördert werden.

Lenggries/Landkreis – Die Saison für die hiesigen Skiregionen startet wieder: Stabiler Preis bei der Jahreskarte, aber moderate Erhöhung bei den Tagespässen. Eine Neuheit ist die Schrödelsteinbahn am Brauneck, die heuer in Betrieb geht. Beim Pressegespräch der „Alpen-Plus Partner“ am Donnerstag stand aber auch die öffentliche Diskussion um den Klimaschutz im Fokus.

Während sich unten im Tal Wanderer ihre Stiefel schnüren, schweben oben Bergdohlen über das Panoramarestaurant am Brauneck: Und in der Ferne sind bereits erste weiße Schneefelder auf dem Alpenkamm zu sehen. Das Brauneck war die diesjährige Kulisse für das Jahresgespräch der „Alpen-Plus“-Partner, die bekanntermaßen die vier Skiregionen Brauneck-Wegscheid, Sudelfeld, Spitzingsee und Wallberg unter einem Dach vereint.

Zwei Themen standen heuer im Fokus: Einerseits wurde der neue Sechser-Sesselift Schrödelsteinbahn in der Skiregion Brauneck vorgestellt, der nun nach einer fünfmonatigen Bauzeit zur diesjährigen Saison eingeweiht wird – geplanter Termin am 19. Dezember. Auf der anderen Seite zeigte sich, dass den jeweiligen Liftbetreibern umweltfreundliches Skifahren wichtig ist. Dazu referierte Gastrednerin Dr. Ulrike Pröbstl-Haider von der Universität für Bodenkultur Wien. Ihr Fazit klar: ein heimischer Skiurlaub ist ökologischer als ein Wellnessurlaub in Bangkok.

Als „bayrisch und dahoam“ bezeichnete Harald Gmeiner die vier Skiregionen. Der Vorstand des Kommunalunternehmens Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS) betonte: „Nicht der Ausbau, sondern die Qualität“ sei wichtig „um heimische Skigebiete zu erhalten“. Damit hängen freilich auch Arbeitsplätze zusammen, die es nach Gmeiner ebenso zu erhalten gelte. Aber auch die Natur soll in erschlossenen Skigebieten geschont werden: Die Überleitung zur Fachfrau Pröbstl -Haider gab der ATS-Chef: „Die größten Emissionen bei einem Skitag, entstehen bei der Anreise“, so Gmeiner.

„Keine Dramen“ versprach Pröbstl -Haider bei ihrem Vortrag zur Umweltbilanz und Klimawandel, denn es werde auch wieder kühler. Um Skifahrern das schlechte Gewissen zu nehmen, legte sie Statistiken vor, die wiederum belegen: Ein Skiurlaub verursache weniger Kohlenstoffdioxid-Ausstoß (CO2), als eine Fernreise oder gar eine Fahrt auf einem Kreuzfahrtschiff. Weit ausgeholt, aber Fakt. So verbrauche eine Autofahrt weniger als ein Trip mit einem Flugzeug. „Der Energiebedarf pro Gast und Skitag mit Seilbahn, Pistenpräparierung und Beschneiung beträgt rund 16 Kilowattstunden.“ Zum Vergleich: Soviel Energie benötige ein Mittelklasseauto auf einer Strecke von 22 Kilometern.

Dagegen sei der CO2-Ausstoß beim Skiurlaub verschwindend gering, betonte Pröbstl-Haider. Dennoch mahnte sie: „Nachhaltigkeit und Engagement in Wintersportorten muss eine Selbstverständlichkeit sein.“ Skigebiete „müssen sich beim Umweltbeitrag weiterhin anstrengen“, um etwa Energie selber per Öko-Strom zu produzieren und im Sommer Kleinstlebewesen in Biotopen einen Lebensraum zu geben. 

Jahresgespräch der „Alpen-Plus“-Region: „Es braucht moderne Skigebiete“

Um den Verkehr auf den Straßen zu verringern, kooperieren die „Alpen-Plus“-Gebiete seit 15 Jahren mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) und bieten das kombinierte Ski- und Zugticket an: bei dem neben der Hin- und Rückfahrt sowie den Zubringerbusen zu den jeweiligen Talstationen auch der Skipass mit enthalten ist. Rund 5.000 Skifahrer nutzten laut Antonia Asenstorfer vergangenes Jahr das Kombi-Ticket. Laut der „Alpen-Plus“-Sprecherin ist dennoch bei vielen der Pkw weiter beliebt, da die Anreise dadurch „bequem und einfach“ sei. Staus und Parkplatzproblemen zum Trotz.

Um lange Wartezeiten beim Anstehen zu vermeiden, wurde für rund zehn Millionen Euro nun die Schrödelsteinbahn am Brauneck gebaut. „Die Anstehzeiten im Nadelöhr zwischen Bayern- und Florihang werden sich dadurch deutlich verkürzen“, berichtete Peter Lorenz, Geschäftsführer der Brauneck und Wallbergbahn. Konkret gab es dort Wartezeiten von bis zu 45 Minuten an gut besuchten Wochenenden. Der neue Sechser-Sessellift schaufelt nun 2.400 Personen pro Stunde zur Bergstation hinauf – ausgestattet mit Wettschutzhaube, beheizten Sitzen und automatischer Verriegelung.

Zudem wurde laut Lorenz die Beschneiung auf den Abfahrten im Finstermünzkessel erweitert. Das Wasser dafür kommt aus dem 2012 erbauten Speichersee am Garland. ­Wermutstropfen der neuen Investitionen: Der Preis der Tageskarte ist am Brauneck von 38 Euro auf 41 Euro angehoben worden. Auch im Skigebiet Sudelfeld (um zwei Euro) und Spitzingsee (um einen Euro) sind die Preise der Tagespässe gestiegen. „Kunden akzeptieren die Preiserhöhung“, erklärte Asenstorfer, „wenn dafür etwas geboten wird.“

Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld, betonte, wie wichtig Investitionen sind: „Es braucht moderne Skigebiete, damit die Jungen kommen.“ Zusammen mit Lorenz hoffen die beiden Lift-Chefs auf einen schneereichen Winter. „Alle Hütten sind bereits gerüstet.“Daniel Wegscheider

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