Corona-Verordnung, 3G-Regel, Lockerungen

Söder stellt neue Corona-Verordnung vor - Das sind die neuen Regeln im Überblick

Erste bayerische Kabinettssitzung nach Sommerpause
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Markus Söder verkündete am Dienstag nach der Kabinettssitzung die neue Corona-Strategie.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Region – Einiges hat sich bei der neusten Verordnung zum Infektionsschutz gegen Corona geändert.

Keine FFP2-Maskenpflicht mehr, die OP-Maske ist neuer Standard. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz hat weitestgehend ausgedient, an dessen Stelle tritt nun ein neuer Ampel-Indikator.

„Heute ist ein wichtiger Tag“, begann Markus Söder seine Ansprache nach der Münchner Kabinettssitzung zur neuen Corona-Strategie für Bayern. Der Ministerpräsident sprach von einem neuen Kapitel, das im Kampf gegen Corona aufgeschlagen wird.

Weil es dank des Impfstoffes mehr Möglichkeiten zur Normalität im Kampf gegen das Virus gebe. Mittlerweile seien 60 Prozent der Menschen zweifach geimpft. „Daher wird es definitiv auch keinen Lockdown mehr geben.“

Fakt ist: „Die vierte Welle ist in Deutschland angekommen“, betonte Söder weiter, „dafür sprechen die Zahlen“. Am Tag der Pressekonferenz am Dienstag (31. August) lag der Inzidenzwert bei 70,1. Davon seien 97 Prozent durch die Deltavariante bedingt. Ein Grund für den derzeitigen Anstieg ist laut dem Ministerpräsident übrigens der gleiche wie vergangenes Jahr: nämlich Bürger, die aus dem Urlaub in die Heimat zurückkehren.

Dennoch sei die vierte Corona-Welle anders als die drei vorherigen: „Es handelt sich um eine Pandemie der Ungeimpften und Jüngeren.“ Aber gerade in dieser Gruppe gebe es die Chance auf mildere Krankheitsverläufe, so Söder. Daher erwartet er keine ähnlichen Todeszahlen wie bei den vorherigen Corona-Wellen.

Herzstück sind die 3G-Regeln

Die neuen Maßnahmen der jetzigen Infektionsschutz-Verordnung (gültig bis 1. Oktober) hat ein „Herzstück“, sagte Söder und nannte es die „3G-Regelung“, die für „Getestet, Genesen und Geimpft“ steht. Unabhängig von der Inzidenz gelte sie grundsätzlich für drinnen. Ausnahmen seien Alten- und Pflegeheime, der ÖPNV sowie Handel, dort heißt es weiterhin Maske aufsetzten. Unter freiem Himmel gilt 3G grundsätzlich nicht, außer bei Veranstaltungen ab 1.000 Personen.

Auch die bisherigen Personenobergrenze für private und öffentliche Veranstaltungen entfallen; in der Gastro zudem die Sperrstunde. Auch Clubs und Diskos dürfen aller Voraussicht nach Anfang Oktober wieder öffnen. „Das ist sicherlich die mutigste Entscheidung“, betonte Söder. Da dort „Abstandhalten naturgegeben die größte Herausforderung ist“, haben neben den Geimpften nur Gäste mit einem PCR-Test Zugang – ein Schnelltest reicht nicht.

Bayerns Schüler sollen künftig nicht mehr in den Wechselunterricht geschickt werden. „Es gilt der Präsenzunterricht“, so der Minister. Die Regelungen zum Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 wird gestrichen. Allerdings müssen die Schüler zum Unterrichtsbeginn im neuen Schuljahr weiterhin Masken tragen – auch am Platz.

Schnelleres Ende der Quarantäne

In der Grundschule dürfen wie bisher Stoffmasken verwendet werden. Tests an Schulen werden nochmals ausgeweitet, dafür die Quarantäne gelockert. Gibt es etwa einen Infektionsfall in einer Klasse, soll anders als bisher nicht die gesamte Klasse in Quarantäne geschickt werden. Sondern nur jene, die unmittelbar und engen Kontakt zur erkrankten Person hatten.

„Die Quarantäne kann bei negativem PCR-Test nach fünf Tagen auch schnell wieder enden“, erklärte Söder. „Beim Einsatz von Luftreinigungsgeräten ist sogar ein Verzicht auf Quarantäne möglich.“

Anstelle der Sieben-Tage-Inzidenz tritt nun die Krankenhaus-Ampel. Sie schaltet auf Gelb, wenn bayernweit binnen sieben Tagen mehr als 1.200 Patienten mit einer Corona-Infektion in Kliniken aufgenommen werden mussten. Dann verschärfen sich auch die Anti-Corona-Maßnahmen wieder – wie etwa Kontaktbeschränkungen und das Aufsetzen der FFP2-Makse.

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