Sonja Frank befürwortet dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen

Unterkünfte erschweren Integration

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In der Sammelunterkunft am Schulzentrum sind derzeit 173 Flüchtlinge untergebracht.

Geretsried – Auf kommende Herausforderungen bezüglich der Unterbringung von Asylbewerbern blickte Sonja Frank im Rahmen der jüngsten Stadtratssitzung. Die Referentin für Soziales und Integration bezog in ihrem Jahresbericht auf aktuelle Zahlen, die Bürgermeister Michael Müller (CSU) kurz zuvor nannte.

Demnach leben derzeit 361 Flüchtlinge im Geretsrieder Stadtgebiet. „Die meisten von ihnen kommen aus Afghanistan, dem Irak und Nigeria“, erklärte Müller. Nur 68 der Flüchtlinge sind dezentral in Wohnungen untergebracht, die Mehrheit verteilt sich auf die drei großen Unterkünfte am Robert-Schumann-Weg, am Schulzentrum und an der Blumenstraße. Insgesamt stehen momentan noch 580 Plätze zur Verfügung. 103 Flüchtlinge sind Fehlbeleger, die wegen des Wohnungsmangels nicht woanders untergebracht werden können, als Obdachlose aber in die Zuständigkeit der Stadt fallen. Da einige Flüchtlinge bald ihre Familien nachholen könnten, könnte sich die Wohnungsnot nach Einschätzung Müllers erheblich verschärfen.

Dass die Stadt schon jetzt viel für die Integration der Asylbewerber tue, erläuterte Sonja Frank in ihrem Jahresbericht. „Die Zusammenarbeit von Asylkoordinatorin Suzan Jarrar und dem Helferkreis ist sehr gut“, bilanzierte Frank. Sie hob vor allem das vom Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit (TVJA) geleitete Programm „Integration aktiv“ hervor. Darüber hinaus bietet das Mütterzentrum das Schulzentrum das „Café International“ an. Die FW-Stadträtin stellte jedoch auch Schwierigkeiten in der Betreuung von Flüchtlingskindern fest. So standen Ende des Jahres 2017 insgesamt 66 Mädchen und Buben – Deutsche mitgerechnet – auf den Wartelisten der Kindertagesstätten. 32 warten auf einen Krippen-, 29 auf einen Kindergarten und fünf auf einen Hortplatz. Dass viele Flüchtlinge, die zuvor dezentral im Landkreis untergebracht waren, nun in Geretsried Großunterkünften zurechtkommen müssen, sei für viele Familien belastend. Da sei es gut, dass es in der Stadt viele niedrigschwellige und oft kostenlose Angebote wie beispielsweise den Neubürgerempfang gebe. „Das ist es, was Geretsried so lebens- und liebenswert macht“, unterstrich Frank abschließend.Peter Herrmann

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