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Soziale Symbiose unter einem Dach

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Vom neuen Standort überzeugt: Herbert Peters (Caritas), der Tölzer Bürgermeister Josef Janker, Thomas Faller und Andreas Brommont (Caritas).
Vom neuen Standort überzeugt: Herbert Peters (Caritas), der Tölzer Bürgermeister Josef Janker, Thomas Faller und Andreas Brommont (Caritas).

Nach einem Jahr sind die Bauarbeiten im ehemaligen Franziskanerkloster abgeschlossen und die Mieter haben ihre Räumlichkeiten am Klosterweg 2 bezogen. Der Erwerb des Klosters kostete die Stadt 745.000 Euro, die Sanierungsmaßnahmen weitere zwei Millionen Euro. Hiervon machte der Brandschutz nach Informationen des Gelben Blattes 700.000 bis 800.000 Euro aus. „Das geht ins Geld, war aber zwingend erforderlich“, so Stadtkämmerer Hermann Forster kürzlich bei einem Pressegespräch.

Auch unvorhergesehene Arbeiten tauchten bei der Sanierung auf: Durchgefaulte Deckenbalken, teilweise fehlende Auflagen für die Traversen und an manchen Stellen mussten Farben abgewaschen werden. Projektant Christian Schuhmacher vom Tölzer Ingenieurbüro Schuhmacher & Partner informierte über die energetischen Neuerungen im Kloster. Die Grundversorgung wird durch ein Blockheizkraftwerk gedeckt, eine Zentralheizung ist ebenfalls vorhanden. Eine „gute, effektive Zusammenarbeit“ wurde durch die beschränkte Ausschreibung an Firmen aus der Umgebung gewährleistet, da waren sich alle Beteiligten einig. Natürlich wurde auf eine kinder- und behindertengerechte Gestaltung wert gelegt, etwa bei den Treppengeländern und dem Aufzug. Einzig die Gestaltung der Außenanlagen steht noch an. Die Zufahrten und Terrassen werden noch gepflastert und der Rasen auf Vordermann gebracht. Neue Parkplätze entstehen ferner im Innenhof. „Das Franziskuszentrum zeigt die soziale Kompetenz der Stadt Bad Tölz“, lobte Janker. Die Mieter schätzen schon jetzt allesamt die neu gewonnene Gemeinschaft der vielen Fachdienste unter dem Dach des ehemaligen Klosters. Stadtbaumeister Hannes Strunz brachte die Symbiose mit der Formulierung „soziales Zentrum“ auf den Punkt. Auf die Frage, wie viele Personen nun im Franziskuszentrum arbeiten, antwortete Janker: „Wenn man alle zusammenzählt, geht es zu wie im Bienenstock.“ Zwischen drei und zehn Jahren liegt die Laufzeit der Mietverträge. Hauptmieter sind die Caritas und das BRK, dessen Mehrgenerationenhaus im Franziskuszentrum neue Räumlichkeiten erhalten hat. Thomas Faller, Fachgebietsleiter „Gemeindeorientierte Soziale Arbeit“ der Caritas betonte, dass der „anonyme“ Standort von Bedeutung sei. Viele Menschen hätten immer noch eine Hemmschwelle und die Angst gesehen zu werden, wenn sie eine soziale Einrichtung betreten. Zudem sei das Gebäude auch deswegen ideal, da schon der heilige Franziskus einer sozialen Aufgabe nachkam, rief er in Erinnerung.

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